"Ständiger Druck"

5. September 2002, 20:40
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IPI befürchtet Verstaatlichung der mazedonsichen Tageszeitung "Vest"

Das Internationale Presse Institut (IPI) hat sich tief besorgt über die Bedrohung der Unabhängigkeit der mazedonsichen Tageszeitung "Vest" gezeigt. Nach Angaben der südosteuropäischen Medienorganisation (SEEMO) plane die Regierung in Skopje eine Verstaatlichung des Blatts, schreibt IPI-Direktor Johann Fritz in einem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Brief an den mazedonischen Staatspräsidenten Boris Trajkovski.

"Vest" werde von dem im Jahr 1995 privatisierten Unternehmen Fershped kontrolliert. Am 27. August 2002 habe die Regierung wegen Unregelmäßigkeiten bei der Privatisierung diese mit einer Entscheidung wieder rückgängig gemacht.

"Vest" und Fershped seien unter "ständigem Druck" der Regierung gestanden, der sich nach Veröffentlichung eines kritischen Berichts über einen Verwandten die Ehefrau des mazedonischen Premierministers noch verstärkt habe, heißt es in dem Brief.

IPI und SEEMO rufen Trajkovski dazu auf, die betreffende Entscheidung der Regierung wieder rückgängig zu machen: "Wir befürchten, dass die Wieder-Verstaatlichung von Fershped ein Versuch ist, die kritische Berichterstattung von Vest zum Schweigen zu bringen." (APA)

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