Kolumbien: Bischof befreite entführten Bauern

5. September 2002, 19:16
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"Zeichen guten Willens" der FARC

Bogota - Von einer abenteuerlichen bischöflichen Odyssee in das kolumbianische Rebellengebiet berichtet die Tageszeitung "El Tiempo". Bischof Jorge Leonardo Gomez Serna von Magangue und der Sozialbeauftragte der Bischofskonferenz, Francisco de Roux, hätten am vergangenen Wochenende einen Treck von 30 Fahrzeugen mit rund 500 Bauern aus Santa Rosa in die umliegenden Wälder angeführt, wie Kathpress berichtete. Ziel sei es gewesen, entführte Bewohner der Region aus der Gewalt der Rebellenorganisationen ELN und FARC zu befreien.

Eine Augenzeugin und Mitarbeiterin des "Tiempo" berichtete, de Roux sei tatsächlich auf ELN-Rebellen gestoßen und habe nach deren Chef verlangt. Als de Roux und die Bauern den Rosenkranz zu beten begannen, habe der Rebellenchef eingestimmt, weil "Jesus auch auf der Seite der Armen gegen Ungerechtigkeit" gestanden sei. Nach einer Diskussion über die Berechtigung des Einsatzes von Gewalt gegen Unrecht habe der ELN-Führer einen Entführten auf freien Fuß gesetzt und die Freilassung weiterer Geiseln zugesagt.

Laut dem Bericht erhielt Bischof Gomez nach dem Ende der Aktion einen Anruf der FARC, die als "Zeichen guten Willens" ebenfalls die Freilassung eines Entführten ankündigte. Dieser kehrte tags darauf tatsächlich zu seiner Familie zurück. Gomez Serna nannte die Befreiungsaktion "unkonventionell, aber wirksam". Von dem gewaltlosen Kampf der Menschen von Santa Rosa für ihre Rechte könne ein "Zeichen der Hoffnung" für das ganze Land ausgehen, so der Bischof gegenüber "El Tiempo". (APA)

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