Gemeinsam unter pannonischer Sonne

5. September 2002, 19:12
posten

Kanzler Schüssel und Premier Medgyessy pflegten österreichisch-ungarische Freundschaft

Purbach - Péter Medgyessy hat eine politische Grundwahrheit auf einen pannonischen Punkt gebracht. "Bilaterale Treffen", meinte er, "müssen nicht immer ein offizieller Akt sein. Das kann auch ein Sonntagsessen sein, da ist die Atmosphäre gelöster." Gestern, Donnerstag, in Purbach am Neusiedler See, war sie das durchaus, wenn auch nur drinnen, im alten Gemäuer der Nikolaszeche, wo der ungarische Ministerpräsident Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel getroffen hatte. Draußen dagegen war es so martialisch, dass manche Purbacher schon fürchteten, die G-8 tagten hier.

Themen, so Kanzler und Ministerpräsident, gab es genug zu besprechen. Kein einziges davon war freilich kontroversiell, sodass Wolfgang Schüssel resümierte: "Es war ein Round-up, eine Evaluierung der bilateralen Beziehungen." Die seien bestens, auch wenn dem Kanzler sein Freund Viktor Orbán wahlarithmetisch abhanden gekommen ist. Aber "Parteipolitik spielt hier keine Rolle, es geht um Österreich und um Ungarn".

Das Nachbarland habe, erklärt Schüssel nicht zum ersten Mal, "unsere volle Unterstützung beim EU-Beitritt". Darüber hinaus werde sich Österreich stark machen dafür, dass "Ungarn aus den Übergangsbestimmungen keine Nachteile erwachsen". Auch "institutionelle Gerechtigkeit" müsse dem Nachbarn zuteil werden, also "EU-Repräsentanten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl".

Einzig neuer Punkt unter der gemeinsamen pannonischen Sonne: Péter Medgyessy regte an, die Ursachen der Hochwasserkatastrophe genau zu erforschen. "Die Natur verträgt keine politischen Lösungen. Wir müssen gemeinsam handeln." (wei)

Share if you care.