USA: Kongress hat weitere Investmentbanken im Visier

6. September 2002, 17:34
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Untersuchungen gegen Crédit Suisse und Goldman Sachs wegen irreführender Anlagetipps

Washington - Wegen mutmaßlich irreführender Anlagetipps sind zwei weitere US-Investmentbanken in das Visier des US-Kongresses geraten. Der Ausschuss des Repräsentantenhauses für Finanzdienstleistungen forderte Dokumente von Crédit Suisse First Boston (CSFB) and Goldman Sachs für seine Untersuchungen an, wie der Ausschussvorsitzende Michael Oxley am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte.

Die Anfrage bezieht sich unter anderem auf mögliche Interessenskonflikte der Analysten bei den genannten Banken. Analysten von CSFB und Goldman Sachs hatten während des Internet-Booms positive Empfehlungen für die Aktien von Telekommunikationsfirmen abgegeben, obwohl deren Kurse in den Keller stürzten.

Interessenskonflikte

Zuvor hatte der Ausschuss bereits Unterlagen von der Bank Salomon Smith Barney angefordert, die zur Citigroup gehört. Die Praktiken der Analysten an der New Yorker Wall Street werden in den USA schon seit längerem vom Kongress und Justiz unter die Lupe genommen. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte sich im Mai mit dem Justizminister des Bundesstaates New York, Elliot Spitzer, auf eine Strafzahlung von 100 Mill. Dollar geeinigt. Spitzer hatte herausgefunden, dass Analysten der Bank Aktien zum Kauf empfohlen hatten, obwohl die Papiere in internen Vermerken sehr schlecht beurteilt wurden.

Bei den Investmentbanken geraten die Analysten häufig in Interessenkonflikte, weil sie einerseits objektiv den Markt beobachten sollen, andererseits ihre Bank mit den zu begutachtenden Unternehmen Geschäfte machen will. Außerdem haben die Analysten manchmal selbst Aktien der zu begutachtenden Firmen. (APA)

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