Hewlett-Packard Österreich hat Compaq "gut verdaut"

6. September 2002, 15:47
2 Postings

"Nur" 30 Mitarbeiter abgebaut - 2001/02 700 Millionen Euro Umsatz angepeilt - Suche nach gemeinsamem Firmenstandort in Wien

Hewlett-Packard Österreich, Tochter des US-Drucker- und Computerherstellers, hat den weltweit ab Mai 2002 vollzogenen Zusammenschluss mit dem Computerkonzern Compaq erfolgreich über die Bühne gebracht. Während weltweit bis Jahresende 10.000 Mitarbeiter abgebaut werden sollen und im dritten Quartal (per Ende Juli) wegen hoher Restrukturierungskosten ein Verlust von 2 Mrd. Dollar (2,01 Mrd. Euro) verbucht wurde, hat HP-Österreich Compaq "gut verdaut".

"Nur" 30 Mitarbeiter abgebaut

"Wir leben die Fusion seit vier Monaten, haben Überlappungen herausgenommen und die Organisation neu strukturiert. Die beiden Unternehmenskulturen passen überraschend gut zusammen", berichtete HP-Österreich-Chef Wolfgang Gruber vor Journalisten. In Österreich habe HP keine Fertigung, daher seien keine großen Restrukturierungskosten angefallen. "Nur" 30 Mitarbeiter hätten das Unternehmen - einvernehmlich - verlassen müssen, man habe keinen einzigen großen Kunden verloren, so Gruber.

Compaq bleibt als Produktname am Leben

Anfang November sollen die beiden Unternehmen HP und Compaq in eine GmbH zusammengelegt werden. HP Österreich wird künftig weiterhin unter diesem Namen firmieren, Compaq wird zwar als Firmenname verschwinden, aber als Produktname bestehen bleiben. In Wien sei man derzeit auf der Suche nach einem neuen gemeinsamen Firmenstandort.

Im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende Oktober) will HP inklusive Compaq mit 860 Mitarbeitern rund 700 Mill. Euro umsetzen, was bestenfalls einem leichten Umsatzplus von 1 bis 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Entsprechend dem Gesamtkonzern ist die neue HP auch in Österreich in die vier Geschäftsbereiche Enterprise Systems, HP Services, Imaging und Print sowie Personal Systems aufgeteilt. Auf die Bereiche entfällt je ein Viertel des Umsatzes.

Wachstumschancen

Auch für 2003 sieht Gruber insgesamt keine zweistelligen Zuwachsraten. Man hoffe, mögliche Rückgänge in einzelnen Bereichen durch andere zumindest kompensieren zu können, betonte Gruber. Der HP-Dienstleistungsbereich werde im satten einstelligen Bereich wachsen, der Outsourcingbereich sogar zweistellig. Weiterhin rückläufig sei hingegen der klassische Desktop-PC-Bereich, der Trend gehe Richtung Notebooks und Mobility. Wachstumschancen verspricht sich HP durch den neuen Tablet-PC, der Mitte November auf den Markt kommen soll.

"Flaue" Nachfrage

Auch bei den Druckern sei im Einzelhandel die Nachfrage "flau", Wachstumsbereiche seien hier aber All-in-One-Geräte (Drucker und Fax in einem Gerät) und im Imaging-Bereich (Bild). Im Serverbereich hoffe man im Softwaregeschäft auf Zuwachsraten.

Der PC-Markt ist im zweiten Quartal 2002 laut Marktforscher IDC insgesamt um 9,1 Prozent geschrumpft, bei Notebooks wurden hingegen Zuwächse von 36 Prozent verzeichnet. HP lag im zweiten Quartal bei Notebook mit 11 Prozent Marktanteil an dritter Stelle, bei Desktops (22 Prozent) und Servern (54 Prozent) war das Unternehmen Marktführer.(APA)

  • Artikelbild
Share if you care.