Von Elektro über Balladen bis Hymnen

5. September 2002, 17:14
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Duo Rosenstolz mit neuem Album: "Wir wollten ausprobieren, wie sich NDW heute anhören würde."

Wien - Rosenstolz hatten vor zwei Jahren mit ihrer CD "Kassengift" den Sprung von Null an die Spitze der deutschen Charts geschafft. Die neue Produktion "Macht Liebe" (Universal) wird sich wohl lediglich dem "übermächtigen" Herbert Grönemeyer geschlagen geben müssen. Das Duo aus Berlin überrascht einmal mehr mit unerwarteten Sounds. "Wir lieben Stilbrüche", betonten Peter Plate und AnNa R.: "Wir wollen uns mit jedem Album neu definieren."

"Wie im falschen Film"

Einer breiten Öffentlichkeit sind Rosenstolz vor einigen Jahren durch ihre Teilnahme an der deutschen Vorausscheidung zum Songcontest bekannt geworden. "Wir hatten der Sendung einen Gewinn an Popularität zu verdanken", so Keyboarder Peter. "Gleichzeitig bekamen wir den Stempel mit der Aufschrift 'Grand Prix' aufgedrückt. Dann haben wir den Fehler gemacht, ständig in der ZDF-Hitparade aufzutreten, weil Viva und MTV unsere Videos nicht wollten. Wir sind uns wie im falschen Film vorgekommen. Aber mit 'Kassengift' hat sich unser Image endgültig geändert."

"Kinder der Achtziger"

Das Video zur aktuellen Single "Sternraketen" befindet sich in der Dauerrotation der Musiksender. Bei dem Song handelt es sich nicht um den bisher typischen Rosenstolz-Sound (Chansons unter Einfluss von French-Pop und elektronischen Klängen), sondern um eine Annäherung an die Neue Deutsche Welle. "Wir sind ja Kinder der Achtziger", sagte Sängerin AnNa R. "Wir wollten ausprobieren, wie sich NDW heute anhören würde." Überhaupt verbindet Rosenstolz vieles mit dieser Dekade, Peter führt schließlich Yazoo, Eurythmics und die Pet Shop Boys als seine Favoriten an - alles Duos wie Rosenstolz.

Zusammenarbeit mit Inga Humpe

Einige Songs auf "Macht Liebe" entstanden mit NDW-Größe Inga Humpe. "Wir haben uns vor zwei Jahren kennen gelernt und uns gleich gut verstanden", berichtete Peter. "Seit damals treffen wir einander alle vier Wochen. Wir wollten eigentlich gar nicht zusammenarbeiten. Aber eines Abends spielte ich Inga den Titelsong unserer Platte vor. Und sie hatte ein paar Ideen dazu." Üblicher Weise schreiben AnNa, Peter und sein Freund die Stücke im Teamwork.

Von Elektro bis zu Hymnen

Mit "Macht Liebe" spannt sich der Bogen von Elektro über akustische Balladen bis zu Hymnen. Die minimalistischen Arrangements verbinden die Songs wie ein roter Faden. "Wir wollten uns auf das Wesentliche konzentrieren", erklärte AnNa R. "Die Melodien und Texte sollten so durchsichtig wie nur möglich sein."

Wieder Handgemachtes Hören

"Es macht glücklich, dass plötzlich alle von 'echter Musik' sprechen. Und dass es eine Rückbesinnung auf deutsche Texte gibt, die was aussagen", freute sich Peter. Und seine künstlerische Partnerin analysierte: "Man braucht sich nicht wundern, wenn die Industrie zusammenbricht. Lange Zeit wurde viel zu kurzfristig gedacht und kaum mehr Künstler sorgsam aufgebaut. Die Leute haben die Nase voll, sie wollen wieder handgemachte Lieder hören." (APA)

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