Blair unter Druck: Opposition fordert Sondersitzung

5. September 2002, 14:52
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Premierminister braucht keine Entsendung von Soldaten in einen Krieg keine Genehmigung des Parlaments

London - Der Druck auf den britischen Premierminister Tony Blair, eine Sondersitzung des Parlaments wegen eines möglichen Militärschlages gegen den Irak einberufen zu lassen, hat am Donnerstag weiter zugenommen. Der Vorsitzende der oppositionellen Liberaldemokraten, Charles Kennedy, verlangte in einem Interview mit dem britischen Rundfunk BBC eine solche Sondersitzung nach Blairs Rückkehr von seinen für Samstag geplanten Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush.

Zuvor hatte bereits der konservative Parteichef Iain Duncan Smith den Premierminister aufgefordert, die Abgeordneten "so rasch wie möglich" mit der Irak-Frage zu befassen. Zuvor jedoch solle das Dossier veröffentlicht werden, mit dem die britische Regierung nach den Worten Blairs glaubt, beweisen zu können, dass der irakische Präsident Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfügt.

Das Unterhaus kehrt erst am 15. Oktober aus den Sommerferien zurück. Es kann nur auf Wunsch des Premierministers, der zur Entsendung von Soldaten in einen Krieg keine Genehmigung des Parlaments braucht, vorzeitig zusammengerufen werden. Der der Regierung angehörende Labour-Fraktionschef Robin Cook sagte am Donnerstag, er sehe "keinen dringenden Grund" für eine Sondersitzung. Ein Sprecher Blairs betonte, selbstverständlich würden britische Soldaten nur "nach der größtmöglichen Konsultation des Parlaments" in einen Krieg geschickt: "Wir sind noch nicht in diesem Stadium." (APA/dpa)

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    Tony Blair unter Druck: Die Opposition verlangt eine Sondersitzung des Unterhauses zur Irak-Frage

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