Mandela über Lage in Simbabwe "bestürzt"

5. September 2002, 14:11
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Südafrikas Ex-Präsident kritisiert brutales Vorgehen des Mugabe-Regimes im Zuge der Landreform

Johannesburg - Südafrikas Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hat sich am Donnerstag in einem Gespräch mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner "persönlich bestürzt" über die Lage in Simbabwe gezeigt. Darüber, was in dem Land im Zuge der Landreform derzeit passiere - das brutale Vorgehen der Regierung unter Präsident Robert Mugabe gegen die weißen Farmer - herrsche aber auch in Österreich und der EU große Bestürzung, so die Ministerin.

Die SADC, die Vereinigung der Länder im Süden Afrikas, müsse diesbezüglich endlich eine klare Sprache sprechen wie die EU, so Ferrero-Waldner: "Sollte es so weitergehen, dass muss man sich die Frage stellen, warum man nicht Sanktionen wie damals gegen das Apartheid-Regime in Südafrika verhängen soll." Beim nächsten EU-SADC müsse dies klar gemacht werden.

Zum UNO-Weltgipfel meinte Mandela vor österreichischen Journalisten: "Es ist zwar nicht alles nach Plan verlaufen, aber was erreicht wurde, ist wichtig." Der Ex-Präsident - immer noch die "graue Eminenz" (Ferrero-Waldner) und moralische Instanz Südafrikas - zeigte sich mit der Entwicklung seines Landes auch unter der derzeitigen Regierung zufrieden. Die Außenministerin bewundert an dem Friedensnobelpreisträger vor allem seine "große Bescheidenheit und dass er immer für Versöhnung ist, obwohl er 30 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbringen musste".

Mandela und Ferrero-Waldner kennen einander aus jener Zeit, als sie Protokollchefin von UNO-Generalsekretär Perez de Cuellar war. "Wir haben auch alte Erinnerungen rekapituliert'", meinte Mandela zu der Unterredung im Hauptquartier der Mandela-Foundation. Die Außenministerin hat ihn übrigens zu einem Österreich-Besuch eingeladen. Er habe aus Termingründen noch nicht disponiert, so Ferrero-Waldner. Aber Mandela meinte bei dem Gespräch mit ihr launig: "Ich habe ja nicht einmal noch eine Hochzeitsreise machen können." Der südafrikanische Ex-Präsident ist nach der Scheidung von seiner zweiten Frau Winnie nun zum dritten Mal verheiratet. (APA)

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    Nelson Mandela

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