Billa beharrt auf längeren Öffnungszeiten

5. September 2002, 14:56
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Sonntagsöffnung jedoch kein Thema - Rewe Austria weiter auf Expansionskurs

Wien - Österreichs größte Handelskette Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo, Emma) hält trotz Kritik an der so genannten "Lex Billa", an ihrer Forderung nach einer Verlängerung der maximalen Öffnungszeiten von 66 auf 72 Stunden fest. "Wir wünschen uns dringend über 66 Stunden" sagte Rewe-Austria Vorstand und Billa-Chef Wolfgang Wimmer am Mittwochnachmittag vor Journalisten. Der Sonntag als Einkaufstag sei - mit Ausnahme der Wiener Innenstadt innerhalb des Rings - kein Thema für den Konzern.

Sollte die Verlängerung der Wochen-Öffnungszeiten um 6 Stunden tatsächlich kommen, würde Billa die zusätzliche Stunden vor allem in der Früh oder auch am Freitagabend bis 21 Uhr nützen, jedoch unterschiedlich je nach Standort. Derzeit kann der Lebensmittelhändler von Montag bis erst um 8 Uhr aufsperren, um das Limit nicht zu überschreiten. Dass damit kleinen Greißlern oder Bäckern weiter Geschäft abhanden komme, sieht Wimmer nicht.

"Wir sind für den freien Wettbewerb"

Von der Idee von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), die Verlängerung der Wochenöffnungszeiten nur für kleine Handelsunternehmen und Familienbetriebe zu erlauben, hält Wimmer ebenfalls wenig. "Wir sind für freien Wettbewerb", betont der Billa-Boss. Bartenstein hat sich laut Medienberichten zuletzt vom Verfassungsgerichtshof bestätigen lassen, dass eine solche Regelung rechtmäßig wäre.

Expansion geht weiter

Die Expansion der Rewe Austria geht indes weiter. Im Jahr 2002 und wird der Konzern insgesamt 35 neue Billa-Filialen eröffnen, denen rund 10 Schließungen kleinerer Supermärkte gegenüber stehen. 14 neue Billa-Märkte sind bereits relaisiert, sagte Wimmer. Der Schwerpunkt der Expansion liege weiterhin auf Westösterreich wo der Handelskonzern nach wie vor weniger Marktanteil hat. Allerdings sei es dort wegen der strengen Raumordnung extrem schwierig, gute Standorte zu bekommen.

Umsatz leicht unter Plan

Der Marktanteil von Rewe Austria sei laut ACNielsen im Juli österreichweit bei 35,9 Prozent gelegen, allein im Osten des Landes bei rund 70 Prozent. Im ersten Halbjahr blieb der Billa-Umsatz "leicht unter Plan", im Gesamtjahr werde man die - nicht näher bezifferte - Prognose aber erreichen, sagte der Billa-Generaldirektor. Das Billa-Corso-Konzept mit derzeit 39 Standorten - zum Großteil umgebaute Meinl-Filialen - sei vorerst abgeschlossen.

Eigenmarken werden ausgebaut

Fortgesetzt wird bei Billa auch der Aufbau der neuen Billig-Eigenmarke "Clever". Derzeit entfallen auf die 164 Artikel bereits rund 6,4 Prozent des Umsatzes. Insgesamt macht die Handelskette mit Eigenmarken, darunter auch die Bio-Linie "Ja! Natürlich", bereits 25 Prozent des Umsatzes. Ziel sei es, den Anteil weiter auszubauen, sagte Wimmer ohne genauere Angaben. (APA)

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