Luxusgüter-Branche erholt sich wieder

5. September 2002, 13:44
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Designer leiden noch immer an Nachfrageflaute - Swarovski nicht betroffen - Wolford mit Riesenloch in der Bilanz

Wien - Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben Konsumenten weltweit verunsichert und zu einer beispiellosen Kaufzurückhaltung geführt. Mitunter am stärksten von der Nachfrageflaute betroffen war das Geschäft mit Luxusartikeln. Rund um den Globus habe sich die Stimmung verschlechtert, es wurde gespart - vor allem bei teuren Reisen, Schmuck und Designer-Kleidung. Nur langsam scheint sich die Luxusgüterbereich wieder zu erholen.

Die Diamantenindustrie dürfte nach einem Umsatzknick im Gefolge des Terrorschocks das Schlimmste überstanden haben. Das weltweit größte Diamantenunternehmen De Beers ortet nach rückläufigen Umsätzen und Gewinnen bei Rohdiamanten im Vorjahr im ersten Halbjahr wieder eine Belebung des Geschäfts. Eine Art "Renaissance familiärer Werte" habe nicht nur die Umsätze in den USA spürbar angekurbelt.

Designer kämpfen mit roten Zahlen

Nach wie vor zurückhaltend zeigen sich die Konsumenten bei teurer Designer-Kleidung. Der Handel meldet noch immer rückläufige Umsatzzahlen, Unternehmen wie Jil Sander, Fendi oder Gucci kämpfen mit roten Zahlen. Positive Ergebnisse bei den Luxusschneidern seien die Ausnahme und nur nach massiven Sparprogrammen zu erzielen, wie etwa bei Escada. Die italienische Modegruppe Prada hat wegen den international schlechten Marktbedingungen ihren Börsengang nach mehreren Anläufen nun sogar auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Der weltweit führende Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) mit den Designermarken Louis Vuitton, Christian Dior und Kenzo ist nach einem schweren Gewinneinbruch im vergangenen Jahr gut ins neue Jahr gestartet, nachdem die Aktie nach den Terroranschlägen in den USA stark gefallen war. Das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2002 hält sich mit zwei Prozent jedoch in Grenzen. Erst in der zweiten Jahreshälfte soll das Geschäft hauptsächlich wegen neuer Produkte und und einer Reihe neuer Geschäfte wieder an Fahrt gewinnen.

Normalisierung in der Autobranche

Relativ schnell erholt hat sich die Autobranche. Luxus-Karossen wie Ferrari verbuchten zwar ein Verkaufsminus von mehr als 10 Prozent unmittelbar nach den Terroranschlägen, nun hat sich das Geschäft aber wieder normalisiert. Die Automobilkonzerne stehen aber angesichts rückläufiger Absatzprognosen voll auf der Kostenbremse.

Unbeeindruckt von der Konjunkturflaute zeigte sich hingegen der Tiroler Kristall- und Optikkonzern Swarovski, der heuer den bisher größten Expansionsschritt mit konzerneigenen Filialen plant. Im Vorjahr habe das Unternehmen vor allem vom "Glitzerboom" in der internationalen Mode profitiert und entgegen dem allgemeinen Trend in der Branche keine Umsatzeinbrüche verzeichnet.

Starke Umsatzeinbußen für Wolford

Stark eingebrochen ist hingegen das Geschäft beim Bregenzer Luxusstrumpf- und Body-Hersteller Wolford. Vor allem auf dem größten Absatzmarkt, Deutschland, musste Wolford starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Am zweitstärksten Markt, den USA, ist seit Jahresbeginn wieder eine leichte Erholung zu verzeichnen. (APA)

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