SPÖ fordert Hilfe für arbeitslose Frauen

5. September 2002, 14:34
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Zweite Chance durch Qualifizierungsmaßnahmen - Rauch-Kallat: Wir handeln schon

Wien - Die SPÖ-Frauen fordern rasche Hilfe für die Arbeitslosen, speziell für Frauen. 200.000 Arbeitslose im Sommer seien ein "trauriger Rekord", so SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer in einer Pressekonferenz heute, Donnerstag. Für die stark betroffene Zielgruppe der jungen Frauen wünscht sie sich spezielle Qualifizierungsmaßnahmen.

"Junge Frauen gehen ein unglaubliches Risiko ein, arbeitslos zu werden und auch keine Lehrstelle oder Arbeitsplatz zu erhalten", so Prammer. 50 Prozent der Mädchen besitze lediglich einen Pflichtschulabschluss und habe kaum Chancen, einen Lehrberuf zu ergreifen. Die einzige Möglichkeit bildeten Hilfsarbeiten, die keine zukunftsweisenden Aussichten bieten. Dies führe dazu, dass sie am Arbeitsmarkt wiederum ins Out gesetzt würden. Daher fordert Prammer (S) einen "Rechtsanspruch auf Qualifizierung", der jungen Frauen eine zweite Chance bieten solle.

Qualifizierungsoffensive

"Der Bundesregierung", so Prammer, "sei die Betroffenheit der Frauen nur ein Halbsatz wert". Sie kritisiert die Regierungspolitik, die über weite Strecken versagt habe und nicht genügend Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung stelle. Umfassende Maßnahmen wie gezielte längerfristige Kurse, nachhaltige Ausbildung und Motivation seien notwendig, um dauerhaft Erfolge verbuchen zu können. 100 Mill. Euro werden von den SPÖ-Frauen deshalb gefordert, um eine Qualifizierungsoffensive zu starten, die auch auf eine Festigung von Rahmenbedingungen abzielen würde - etwa ausreichende Kinderbetreuung oder Service- und Beratungsstellen.

SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer präsentierte in diesem Zusammenhang eine Kampagne, die als "Sprachrohr für Frauen" dienen solle. Ziel solle sein, die Regierung mittels "Postkarten" an ihre Verantwortung zu erinnern. Stadlbauer übt Kritik an den oberflächlichen Maßnahmen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V). Die auf ein Jahr befristeten Lehrgangsplätze würden keinen Qualitätskriterien genügen und auch Mädchen hätten nicht die Möglichkeit in atypischen Berufen Fuß zu fassen. Die öffentliche Hand biete keine geschlossene Initiative, um die Frauenerwerbsquote zu erhöhen. Es genüge nicht "zizerlweise irgendwelche Maßnahmen" durchzuführen, so Stadlbauer.

Rauch-Kallat: Wir handeln schon

Die Frauenchefin der ÖVP, Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, betonte am Donnerstag, dass 54 Prozent der Mittel für Qualifikationsmaßnahmen für Frauen eingesetzt werden. "Die Opposition redet, die Regierung handelt", lautet daher ihre Antwort auf die Forderung der SPÖ-Frauen nach der Qualifizierungsoffensive. (APA)

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