Eine "wütende und rachsüchtige Provokation"

5. September 2002, 11:38
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Die Vatikanzeitung kritisiert Peter Mullans "The Magdalene Sisters", der als einer der Favoriten für den "Goldenen Löwen" gehandelt wird

Vatikanstadt/Wien - Als "schlecht gelungene Karikatur" hat die Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" den auf dem Filmfestival von Venedig vorgestellten und als einer der Favoriten für einen "Goldenen Löwen" gehandelten Film "The Magdalene Sisters" des schottischen Regisseurs und Schauspielers Peter Mullan bezeichnet. In einem Kommentar heiße es, dass Mullan mit zu vielen Verallgemeinerungen und Typisierungen arbeite, als dass sein Werk eine ernst zu nehmende Kritik an der Kirche und ihrer Sozialarbeit darstellen könnte.

Schicksal als Wäscherin im Kloster

In quasi dokumentarischem Stil zeigt Mullan das kaum bekannte Schicksal junger Frauen im Irland des 20. Jahrhunderts, die in rund 45 Magdalene-Klöstern als Wäscherinnen gefangen gehalten wurden, da sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hatten oder sonst auffällig waren. Die wenigsten kamen zu Lebzeiten aus dem Kloster heraus.

Nicht gelungen

Mullan suche immer wieder den Anklang an Klassiker der Kino-Geschichte und verliere dabei den Bezug zur Realität, so die Kritik der Vatikanzeitung. Wenn der Film auf "einige psychopathische Situationen" in Irland oder Schottland hätte hinweisen wollen, dann sei dies mit einer "so wütenden und rachsüchtigen Provokation" nicht gelungen. (APA)

  • Szene aus Peter Mullans "The Magdalene Sisters"
    foto: filmfestival venedig

    Szene aus Peter Mullans "The Magdalene Sisters"

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