Aufschwung in EU lässt weiter auf sich warten

6. September 2002, 14:52
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Prognose korrigiert - Finanzministertreffen

Kopenhagen - Unter dem Eindruck eines erneut "verschobenen" Aufschwungs kommen am Freitag in Kopenhagen die EU-Wirtschafts- und Finanzminister zu einem informellen Treffen zusammen. Ein Sprecher der EU-Kommission hatte am Vortag in Brüssel angedeutet, dass nach Einschätzung seiner Behörde die Wirtschaft in der EU nun doch geringer wachse als ursprünglich in Brüssel prognostiziert.

Für das zweite Quartal sei mit einem niedrigeren Wachstum zu rechnen als vorhergesagt, hieß es. Die EU-Kommission erwarte zwar weiter eine Konjunkturbelebung, diese könne sich aber leicht verzögern, so der Sprecher von EU- Währungskommissar Pedro Solbes. Als Unwägbarkeiten nannte er die Lage in Nahost und die Irak-Krise. In ihrer Frühjahrsprognose hatte die Kommission für 2002 noch ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent für die Eurozone und 1,5 Prozent für die EU-15 vorausgesagt.

Stabilitätspakt

Die weiter lahmende Konjunktur wird ab Freitagnachmittag in Kopenhagen auch die EU-Wirtschafts- und Finanzminister beschäftigen. Die zwölf Minister der Euroländer werden am Abend wohl auch den derzeit umstrittenen Stabilitätspakt diskutieren. Dies kündigte ein hoher Brüsseler Diplomat an, auch wenn die Sprecher verschiedener Ministerien und der EU-Kommission bemüht sind, das heikle Thema möglichst tief zu hängen.

In Berlin hieß es am Donnerstag aus dem Finanzministerium, mit Deutschland werde es keine Lockerung des Paktes geben. Die offizielle Stellungnahme der EU-Kommission zum überhöhten Budgetdefizit Portugals ist erst für Monatsende geplant.

In Kopenhagen wollen die Minister auch über Zinsbesteuerung, Energieabgaben und finanztechnische Fragen der EU-Erweiterung sprechen. (DER STANDARD, Printausgabe 6.9.2002)

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