Herbst im Zeichen der geschlechterspezifischen Gesundheit

5. September 2002, 11:06
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Wien als Schauplatz der WHO-Konferenz zum Thema "Gender & Health"

Wien - Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten am Donnerstag die Wiener Frauenstadträtin Renate Brauner und Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann ihre Herbstschwerpunkte zum Thema "Frauengesundheit".

Besondere Highlights sollen zwei Großveranstaltungen im September werden: am 14. und 15. September können sich Interessierte auf den Frauengesundheitstagen im Wiener Rathaus über Wege und Möglichkeiten einer möglichst effizienten gesundheitlichen Versorgung informieren. Darüber hinaus wird das Betreuungsangebot, das die Stadt Wien sowohl in frauenspezifischen Angelegenheiten als auch in gesundheitlichen Fragen anbietet, dargestellt. Vom 16. bis 18. September beherbergt das Wiener Rathaus die internationale Konferenz der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zum Thema "Gender & Health". Bislang haben sich laut Pressemitteilung 350 TeilnehmerInnen aus 30 Nationen zu der Veranstaltung, auf der internationale ExpertInnen Strategien zur Verbesserung der geschlechtsspezifischen Gesundheitsversorgung diskutieren und austauschen, angemeldet.

Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral

Auf die Zusammenhänge zwischen Lebensumständen und der gesellschaftlichen Rolle von Frauen und ihren ganz spezifischen Gesundheitsbedürfnissen soll im Herbst speziell eingegangen werden. "Der gerechte Zugang zum Gesundheitssystem ist ein Menschen- und damit selbstverständlich ein Frauenrecht. Es gibt keine geschlechtsneutralen Umstände, sondern Rahmenbedingungen wie etwa familiäre und berufliche Doppelbelastungen, die Frauen klar benachteiligen. Fraueninteressen müssen deshalb in allen Lebensbereichen mitgedacht werden." betonte Brauner.

In den vergangenen Jahren seien auch zahlreiche wichtige Projekte durchgeführt worden, wie zum Beispiel ein wien-weites Brustkrebsfrüherkennungsprogramm, niederschwellige Maßnahmen zur Früherkennung von Essstörungen sowie muttersprachliche Informationen zur Frauengesundheit für Migrantinnen initiiert.

Pittermann künigt stärkere Vernetzung an

"Vernetzung bedeutet Stärkung", betonte Gesundheitsstadträtin Pittermann. In diesem Sinne werde die Stadt Wien eine engere Kooperation zwischen den frauenpolitisch aktiven Vereinen und den Gesundheitseinrichtungen fördern.

Als Schwerpunkte der künftigen Arbeit nannte Pittermann die Fortführung der Ess-Störungskampagne für junge Frauen und Männer, die Gewalt- und Drogenprävention, die bessere gesundheitliche Versorgung von Migrantinnen - diese haben oftmals Schwierigkeiten den Zugang zu den Gesundheitsleistungen auch zu finden - sowie den großen Bereich Seniorinnengesundheit. "Wir wollen älteren Wienerinnen aus ihrer sozialen Isolation helfen."

Unterschiedliche Lebensbedingungen erkennen

Wimmer-Puchinger, Wiens Frauengesundheitsbeauftragte, meinte dazu: "Um echte Gleichstellung und Chancengleichheit im Gesundheitswesen zu erreichen, ist es wichtig, die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Männern und Frauen mehr zu berücksichtigen". Durch die "Brille" der Unterscheidung in Männer- und Frauengesundheit werde auch deutlich, dass die traditionelle Männerrolle ihre Schattenseiten habe, wie z. B. dass Männer mehr gesundheitliche Risiken eingehen, weniger Gesundheitsvorsorge sowie weniger psychosoziale Beratungen in Anspruch nehmen.

Männer- und Frauengesundheit

Auf der "International Conference Gender & Health. Realizing a Gender Sensitive Health Care System", die die Stadt Wien gemeinsam mit dem WHO-Regionalbüro Europa und der Europäischen Gesellschaft für Frauengesundheitsforschung veranstaltet, werden aktuelle Erkenntnisse zum Thema Männer- und Frauengesundheit von 150 internationalen ExpertInnen aus 30 verschiedenen Ländern diskutiert, z.B. Univ.-Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Leiterin der Division of Global Health, School of Public Health der Yale University, Vertreter des Europäischen Forums für Männergesundheit, wie z.B. Ian Banks und Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, weiters Univ.-Prof. Dr. Donna Stewart, Leiterin des Women's Health Programs der University Toronto.

(red)

Frauengesundheitstage der Stadt Wien

14. und 15.09.2002

"Gender & Health"-Konferenz der WHO

16. und 18.09.2002

jeweils im Wiener Rathaus
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