"Nicht uninteressant"

5. September 2002, 10:23
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Internethändler buch.de will BOL

Der Münsteraner Onlinebuchhändler buch.de hat grundsätzlich Interesse an der Bertelsmann-Tochter BOL signalisiert. "Es ist für buch.de nicht uninteressant, sich mit dem Thema BOL zu beschäftigen", sagte Marketing-Vorstand Albert Hirsch. Bertelsmann hatte zuvor mitgeteilt, sich weitgehend aus dem Internet-Handel mit Medienprodukten in Europa zurückziehen zu wollen.

Dazu würden auch Teile des verlustreichen Internet-Buchhändlers BOL abgestoßen. Einen Kaufinteressenten für die 100-prozentige Tochter BOL nannte der Medienkonzern aus Gütersloh nicht. In einem im voraus veröffentlichten Zeitungsinterview sagte Bertelsmann-Direct- Group-Chef Ewald Walgenbach, er sehe gute Chancen, BOL zu verkaufen.

Gespräche mit Kaufinteressenten

Zu einem Bericht des Informationsdienstes "Prior-Börse", die Übernahme von BOL durch die buch.de interstores stehe unmittelbar bevor, wollte sich Hirsch nicht äußern. Auch die Douglas-Holding, die knapp 40 Prozent an buch.de hält - und erst vergangene Woche Libros Großbuchhandlungen "Amadeus" gekauft hat -, und Bertelsmann wollten den Bericht nicht kommentieren. In Branchenkreisen hieß es, BOL führe bereits seit Wochenbeginn Gespräche mit Kaufinteressenten.

Unter Berufung auf Branchenkreise schrieb der Informationsdienst, am Montag hätten sich die BOL-Geschäftsführung, ein Bertelsmann- Manager und die beiden buch.de-Vorstände in Münster getroffen und über eine Übernahme von BOL verhandelt.

Branchenkenner halten es durchaus für möglich, dass Douglas nach der BOL-Transaktion ihre Tochter buch.de komplett übernehmen werde. Dies passe zur Strategie des Hagener Konzerns, denn die einst durch ihre Parfümerien bekannte Gruppe habe in der Vergangenheit ähnlich operiert. Die Experten erinnerten an den Einstieg und die spätere Übernahme der Ketten Montanus, Phönix und Thalia. (APA)

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