Grundig in letzter Minute gerettet

5. September 2002, 19:07
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Banken verlängern Kreditlinien des verschuldeten deutschen Konzerns - Ungenannter strategischer Partner aus Asien

Nürnberg - Der von der Pleite bedrohte Elektronikkonzern Grundig ist vorerst gerettet. Da sich ein Investor zum Einstieg bereit erklärt habe, hätten die Gläubigerbanken die Kreditlinien verlängert, erklärte Vorstandschef Hans-Peter Kohlhammer am Donnerstagabend. "Das Ergebnis stellt einen äußerst wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft unseres Unternehms dar." Wann die Verträge mit Banken und Investoren endgültig abgeschlossen würden, sei aber noch unklar.

Am Donnerstagvormittag habe ein strategischer Investor aus dem asiatischen Raum eine Absichtserklärung unterzeichnet, sich an Grundig zu beteiligen. Dies habe den Weg zu einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit den Banken geebnet, teilte der Elektronikkonzern mit. Um welches Unternehmen es sich handelt, wollte ein Sprecher aber nicht verraten.

"Mit voller Kraft"

Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Verhandlungen könne Grundig "mit voller Kraft" in das Weihnachtsgeschäft starten, sagte Kohlhammer. Die Voraussetzungen seien gegeben, im kommenden Jahr den Sprung in die schwarzen Zahlen zu schaffen.

Grundig war in Bedrängnis gekommen, weil die Geldinstitute unter der Führung der Deutschen Bank es dem Vernehmen nach ablehnten, die Kreditlinien über den August hinaus auszudehnen. Der Konzern erwartet für 2002 einen Verlust von 75 Mill. Euro - nach einem Minus von 150 Mill. Euro im Vorjahr.

Der Elektronikkonzern hatte im März 2001 begonnen, ein Sanierungskonzept der Unternehmensberatung Roland Berger umzusetzen. Dieses sah vor, die Fertigung von Fernsehgeräten am Nürnberger Stammsitz aufzugeben und komplett nach Wien zu verlagern. Im Zuge der Restrukturierung sank die Zahl der Mitarbeiter von rund 5.900 auf gut 5.400. Im Laufe des Jahres 2002 soll die Zahl auf unter 4.700 zurückgeschraubt werden. In Deutschland wird Grundig dann weniger als 2.000 Beschäftigte haben. (APA)

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