Neue Konzepte für Jahrhundertbauwerk "Machland-Damm":

5. September 2002, 09:03
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Damm soll durch sieben Donaugemeinden verlaufen und einem vergangenen "hundertjährigen Hochwasser" standhalten

Linz - Nun ist es fix: Es wird beim "Jahrhundertprojekt" Machland-Damm an der Donau in Oberösterreich zu Umprojektierungen kommen. Dies wurde der APA aus dem Büro des zuständigen Landesrates Hans Achatz (F) bestätigt. Grund dafür sind einerseits die Erfahrungen des jüngsten Hochwassers und andererseits die geplanten Absiedelungen aus den gefährdeten Gebieten.

Damm über sieben Donaugemeinden

Der Damm durch das Machland im Bezirk Perg soll eine Länge von rund 28 Kilometern haben und sich über sieben Donaugemeinden erstrecken, von Mauthausen bis St. Nikola an der niederösterreichischen Landesgrenze. Der Damm soll einem so genannten "hundertjährigen Hochwasser" stand halten, außerdem würden vorgelagerte Dammelemente in tiefen Regionen zumindest ein "dreißigjähriges Hochwasser" verkraften. Die letztgenannten Dammelemente sind es, die jetzt für Diskussionen sorgen und bei denen Es zu Änderungen des Projekts kommen wird.

Gefahr

Denn in einzelnen Gemeinden beziehungsweise Ortschaften hat man nach dem jüngsten Hochwasser die Befürchtung, dass dieser "dreißigjährige Damm" nicht ausreicht. Die Elemente aber auch in diesen Bereichen auf ein "hundertjähriges" Hochwasser auszulegen, dies würde zwar vielleicht die betroffenen Ortschaften schützen, hätte aber möglicherweise gravierende negative Hochwasser-Auswirkungen für andere Gebiete.

Es sollen daher den Bewohnern der Ortschaften in den gefährdeten Gebieten großzügige Absiedelungsangebote gemacht werden, hieß es aus dem Büro Achatz. Werden diese angenommen, so würde man sich die erwähnten "dreißigjährigen Dämme" überhaupt ersparen können. Nach derzeitigem Stand gibt es im Bezirk Perg rund 160 Objekte, bei denen eine solche Absiedelung sinnvoll erscheint.

Bedenken

Was die Bedenken aus Niederösterreich gegen den Machland-Damm anlangt, so sei darauf bei der bisherigen Projekterstellung bereits entsprechend Rücksicht genommen worden, damit es nicht durch den Damm in Oberösterreich zu einer Verschärfung der Hochwassersituation in den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden komme, so ein Sprecher von Landesrat Achatz. Auf jeden Fall aber habe Niederösterreich Parteienstellung in dem bevorstehenden Umweltverträglichkeitsverfahren für das Machland-Damm-Projekt. (APA)

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