Affenpopulation weltweit bedroht

5. September 2002, 08:42
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Die rasch fortschreitende Zerstörung der Regenwälder hat die Population laut UNO auf ein Zehntel gesenkt...

Johannesburg - Die rasch fortschreitende Zerstörung der Regenwälder bedroht nach einer Studie des UNO-Umweltprogramms (UNEP) die Affen in Afrika und Asien. Mindestens 13 Affenarten stehen demnach in den kommenden 30 Jahren vor der Ausrottung. Betroffen sind in Afrika Gorillas, Schimpansen und Bonobos und in Asien Orang-Utans, deren Lebensraum von der Abholzung der Wälder und menschlichen Siedlungen zerstört wird. Auch die Jagd spiele eine Rolle, heißt es in dem am Mittwoch am Rande des UNO-Weltgipfels in Johannesburg veröffentlichten Bericht.

Aussterben verringern

Die Gipfelteilnehmer haben sich darauf geeinigt, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten bis 2010 deutlich zu verringern. Das Schicksal der Menschenaffen werde zum Lackmustest, ob dieses wichtige Ziel erreicht werde oder nicht, sagte UNEP-Generaldirektor Klaus Töpfer. Ein Schutz der Menschenaffen sei zugleich auch ein Schutz der vielen Menschen, die aus dem Wald Nahrungsmittel, Wasser und Arznei bezögen.

Die Tierschützerin und Affenexpertin Jane Goodall sagte, die Schimpansenpopulation sei von zwei Millionen vor 100 Jahren auf nunmehr schätzungsweise 200.000 zurückgegangen. Auch die Gorillapopulation sei dezimiert worden. "Die Menschenaffen sind uns so ähnlich. Sie weinen, sie lachen, und sie haben einen Sinn für Humor", sagte Goodall. "Wir dürfen unsere engsten lebenden Verwandten nicht aufgeben." (APA/AP)

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