Deklaration des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung

4. September 2002, 21:56
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Johannesburg - Die Staatsoberhäupter haben auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg eine Deklaration verabschiedet, die stark gekürzt folgende Vereinbarungen enthält:

"Wir, die Repräsentanten der Menschen in der Welt, erneuern unsere Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung.

Wir verpflichten uns, eine menschliche, gerechte und fürsorgliche Weltgemeinschaft zu bauen, die vor allem die menschliche Würde für alle berücksichtigt.

Wir gehen von einer gemeinsamen Verantwortung für die Grundpfeiler der nachhaltigen Entwicklung aus: wirtschaftliche Entwicklung, soziale Entwicklung und Schutz der Umwelt, und zwar auf lokaler, nationaler, regionaler und weltweiter Ebene.

Zwischen Rio und Johannesburg hatten sich die Nationen zu vielen großen Konferenzen getroffen, darunter der Monterrey-Konferenz für Entwicklungshilfe und der Welthandelskonferenz von Doha. Diese Konferenzen haben eine umfassende Vision für die Zukunft der Menschheit gegeben.

Wir erkennen an, dass Armutsbekämpfung, die Änderung der Konsum- und Produktionsgewohnheiten und der Schutz der natürlichen Ressourcen essenziell für die nachhaltige Entwicklung sind.

Die Globalisierung hat eine neue Dimensionen der Herausforderungen geschaffen. Das schnelle Zusammenwachsen der Märkte, die Bewegung des Kapitals und der starke Zuwachs an Investitionsflüssen in der Welt haben neue Herausforderungen und Möglichkeiten für die nachhaltige Entwicklung gebracht. Aber Nutzen und Kosten sind ungleich verteilt.

Wenn wir nicht so handeln, dass das Leben der Armen geändert wird, werden diese Vertrauen in ihre Repräsentanten und in demokratische Systeme verlieren.

Wir bekräftigen, dass die Emanzipation der Frauen in alle Aktivitäten einbezogen ist, inklusive der Agenda 21, der Millenniums-Deklaration und des Johannesburg-Aktionsplans.

Wir rufen die Länder, die dies noch nicht getan haben, zu konkreten Anstrengungen auf, die international vereinbarte Höhe der Entwicklungshilfe zu erreichen.

Wir stimmen darin überein, dass kleine und große Unternehmen die Pflicht haben, zur Entwicklung von gerechten und nachhaltigen Gemeinschaften und Gesellschaften beizutragen.

Wir stimmen darin überein, dass es einen Bedarf gibt, dass die Firmen sich der Unternehmenshaftung stellen. Das sollte innerhalb eines transparenten und stabilen Regelwerks geschehen.

Wir verpflichten uns weiterhin zu einem Prozess, der in regelmäßigen Abständen die Fortschritte beim Erreichen unserer Ziele zur nachhaltigen Entwicklung misst.

Wir verpflichten uns, zusammen zu handeln bei dem gemeinsamen Ziel, unseren Planeten zu retten, die menschliche Entwicklung zu fördern sowie weltweiten Wohlstand und Frieden zu erreichen.

Wir verpflichten uns auf den Johannesburg-Aktionsplan und darauf, die darin enthaltenen zeitlichen, sozioökonomischen und Umwelt schützenden Ziele möglichst rasch zu erreichen." (APA/dpa)

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