17 Tote bei Massaker in Kolumbien

4. September 2002, 20:08
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Immer mehr Menschen flüchten wegen Übergriffen in größere Städte

Bogota - Unbekannte haben in Nordkolumbien bei einem Massaker 17 Zivilisten getötet. Das berichteten lokale Medien am Mittwoch unter Berufung auf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Die Bewaffneten seien in den Ort El Limon eingedrungen und hätten ihre Opfer anhand einer mitgebrachten Liste ausgewählt und sofort umgebracht. "Nach dem Massaker brannten sie die Häuser des Ortes nieder", wurde ein Augenzeuge zitiert. Die Überlebenden seien geflüchtet.

In der Gegend, etwa 1.100 Kilometer nördlich von Bogota, kämpfen wie in vielen anderen Landesteilen die marxistische Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) mit rechten Milizen um die Kontrolle über Drogenschmuggel, Schutzgelderpressung und Nachschubverbindungen. Beide Seiten bringen oft Zivilisten um, denen sie Unterstützung der jeweils anderen Seite vorwerfen. Grundlage ist nicht selten Denunziation auf Grund persönlicher Feindschaften oder auch wirtschaftlicher Konkurrenz.

Angesichts der Gewalt fliehen immer mehr Menschen aus den Dörfern in die etwas sichereren größeren Städte. Mittlerweile gibt es nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 2,7 Millionen Binnenflüchtlinge. Allein seit Jahresbeginn hätten 200.000 Menschen ihre Dörfer verlassen müssen. (APA/dpa)

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