Neue Sprache in hundert Stunden

5. September 2002, 11:31
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Prominente halten "Integrationsvereinbarung" für utopisch

Wien - Eine Fremdsprache in nur 100 Unterrichtseinheiten tipptopp erlernen? "Utopisch", kritisierte der Verband Wiener Volksbildung die geplante "Integrationsvereinbarung" der Bundesregierung. Die Frist für Stellungnahmen zur Verordnung endete am 26. 8. - und so versammelten sich am Mittwoch Prominente in der VHS Ottakring, um protestweise Türkisch zu lernen. Wie etwa die TXO-Magenta Andrea Konrad, die Sängerin Sandra Pires, Willi Resetarits alias Ostbahn Kurti und Günter Tolar. Für Michael Ludwig, Vorsitzender des Volksbildungsverbandes, ist nicht nur die 100-Stunden-Sprachlernpflicht "Utopie" und Schikane. Menschen, die andere Schriftsysteme erlernt hätten, würden deutlich benachteiligt. Ludwig weiter: "Es sind weder Kinderbetreuung noch eigene Frauenkurse vorgesehen. Frauen sind somit von den Kursen faktisch ausgeschlossen und werden in ihrer Existenz gefährdet."

Außerdem gehe der Bund von einem Zuschuss von 182 Euro pro Lernendem aus (50 Prozent der Kurskosten). "Dabei werden die Einkommensverhältnisse der Migranten nicht berücksichtigt. Viele potenzielle Kursteilnehmer werden sich auch den Kurs nicht leisten können." (frei, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 5.9.2002)

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