Internethändler buch.de an Bertelsmann-Tochter BOL interessiert

4. September 2002, 19:56
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"Es ist nicht uninteressant, sich mit dem Thema BOL zu beschäftigen"

Der Münsteraner Onlinebuchhändler buch.de hat grundsätzlich Interesse an der Bertelsmann-Tochter BOL signalisiert.

"Nicht uninteressant"

"Es ist für buch.de nicht uninteressant, sich mit dem Thema BOL zu beschäftigen", sagte Marketing-Vorstand Albert Hirsch der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Bertelsmann hatte zuvor mitgeteilt, sich weitgehend aus dem Internet-Handel mit Medienprodukten in Europa zurückziehen zu wollen. Dazu würden auch Teile des verlustreichen Internet-Buchhändlers BOL abgestoßen. Einen Kaufinteressenten für die 100-prozentige Tochter BOL nannte der Medienkonzern aus Gütersloh nicht.

Zu einem Bericht des Informationsdienstes "Prior-Börse", die Übernahme von BOL durch die buch.de interstores stehe unmittelbar bevor, wollte sich Hirsch nicht äußern. Auch die Douglas-Holding, die knapp 40 Prozent an buch.de hält, und Bertelsmann wollten den Bericht nicht kommentieren. Branchenkreise bestätigten aber unterdessen, BOL führe bereits seit Wochenbeginn Gespräche mit Kaufinteressenten.

Treffen

Unter Berufung auf Branchenkreise schreibt der Informationsdienst, am Montag hätten sich die BOL-Geschäftsführung, ein Bertelsmann-Manager und die beiden buch.de-Vorstände in Münster getroffen und über eine Übernahme von BOL verhandelt. Eingeweihte rechneten damit, dass die Münsteraner Internetfirma die Akquisition durch eine Kapitalerhöhung in der Größenordnung von sechs bis acht Millionen Euro schultern könne. BOL setzte im Geschäftsjahr 2000/2001 mit rund 2,5 Millionen Kunden knapp 100 Millionen Euro um. Der große Verwaltungsapparat habe das Unternehmen aber tief in die Verlustzone gerissen, hieß es in dem Bericht.

Strategie

Branchenkenner halten es durchaus für möglich, dass Douglas nach der BOL-Transaktion ihre Tochter buch.de komplett übernehmen werde. Dies passe zur Strategie des Hagener Konzerns, denn die einst durch ihre Parfümerien bekannte Gruppe habe in der Vergangenheit ähnlich operiert. Die Experten erinnerten an den Einstieg und die spätere Übernahme der Ketten Montanus, Phönix und Thalia. Douglas beteiligte sich in jüngster Zeit zudem an Buchhändlern in der Schweiz und in Österreich. (Reuters)

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