Mehr Medizin für die älteren Mitbürger

4. September 2002, 18:56
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Spitäler sollen demografischer Entwicklung entsprechen

Wien - Um die Zahl der Betten in den Wiener Spitälern wurde in den letzten Monaten heftig gefeilscht - nicht wegen Kürzungen, sondern wegen neuer Schwerpunkte, die in der medizinischen Versorgung getroffen werden müssen.

Im neuen Wiener Krankenanstaltenplan (WKAP) geht es um mehr als 11.000 Betten, die nun verstärkt für die Versorgung von alten Menschen eingesetzt werden. So werden in den 15 Spitälern des Krankenanstaltenverbundes, den konfessionellen und weiteren Spitälern künftig 471 Plätze für Akutgeriatrie eingerichtet. Hannes Schmidl, Leiter der Wiener Gesundheitsplanung, sieht damit "zumindest einen Anfang", der angesichts der Entwicklung, dass die Menschen immer älter werden, nun gemacht sei. Dass diese Bettenzahl nicht ausreiche, um Ältere stationär zu pflegen und für das selbstständige, weitere Leben zu Hause anzuleiten, sei klar.

Ebenfalls eine Folge demografischer Entwicklungen ist der Ausbau der Schlaganfall-, Dialyse- und Palliativversorgung. Die Palliativmedizin dient der Versorgung von Sterbenskranken und soll ihnen einen schmerzfreien Lebensabend gewährleisten. Dafür werden in der nächsten Zeit knapp hundert Betten zur Verfügung stehen. Diese Pläne sollen bis 2005, so Bundespläne und WKAP, realisiert werden. Extrakosten sind mit den neuen Schwerpunkten nicht verbunden, da vorhandene Kapazitäten umverteilt werden, resümmiert Gesundheitsexpertin Susanne Herbeck. Es bedeutet aber, dass entsprechende Kapazitäten aus den Bereichen Chirurgie sowie Kinder- und innere Medizin abgezogen werden. Vorgesehen ist zudem, beim Spital Gersthof eine der Abteilungen ins Otto-Wagner-Spital zu verlegen. Besiegelt ist die Zusammenlegung der Semmelweisklinik mit der Rudolfstiftung und die Übernahme des Preyer'schen Kinderspitals ins Franz-Josef-Spital.

Laut Schmidl sei auch eine Kostenbeteiligung des Landes Niederösterreich an spitzenmedizinischen Einrichtungen Wiens auf Beamtenebene ausverhandelt. Eine politische Einigung fehlt noch. Da Patienten aus der gesamten Ostregion medizinische Leistungen in Wien in Anspruch nähmen, sei eine Kostenübernahme sinnvoll. (aw/DER STANDARD, Printausgabe, 5.9.2002)

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