Greenpeace: "USA und Ölstaaten gegen jede Vernunft"

4. September 2002, 18:27
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Ergebnis des Gipfels enttäuschend - nur wenige Lichtblicke

Hamburg - Der Weltgipfel in Johannesburg hat in vielen wesentlichen Punkte versagt, erklärte Greenpeace. Die Weigerung, sich auf Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien zu einigen, sei ein Desaster für den Klimaschutz. Begrüßt wurde die "Initiative für erneuerbare Energien" von EU und lateinamerikanischen Ländern, die genaue Ziele, Zeitrahmen und Finanzierungswege festlegen will.

"Gegen jede Vernunft"

"Die USA und die Ölstaaten haben gegen jede Vernunft zukunftsweisende Beschlüsse verhindert", sagte Greenpeace Sprecher Andreas Bernstorff. Die neue Initiative der EU gehe hingegen in die richtige Richtung. Die Umweltorganisation begrüßte die Entscheidung des Gipfels für verbindliche Regeln, nach denen Unternehmen für Umweltvergehen und Folgen von Unfällen verantwortlich und haftbar gemacht werden können.

Greenpeace-Aktivisten protestierten unterdessen gegen die "schädliche Klimapolitik der Ölkonzerne". Bei einer Ölraffinerie in Durban befestigten sie auf einer Brücke für Ölpipelines Flaggen mit der Aufschrift "Clean energy now" (Saubere Energie jetzt, Anm.).

Klima-Hoffnung

Der Klimaschutz hat laut Greenpeace neuen politischen Schwung bekommen, weil Kanada, China, Russland und Indien zusagten, das Kyoto-Protokoll zu verabschieden. "Jetzt muss man nicht mehr lange warten, bis sich auch US-amerikanische Unternehmen von der umweltfeindlichen Politik ihrer Regierung abwenden", so Bernstorff. Erste Anzeichen dafür gebe es bereits. Der World Business Council for Sustainable Development, zu dem auch 25 US-Firmen gehören, habe vergangene Woche zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls aufgerufen.

Die Ziele in den Bereichen Armutsbekämpfung, Handelsgerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften wurden verfehlt, kritisierte die Umweltschutzorganisation. Positiv sei nur der Beschluss, einer Milliarde Menschen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Grundbedürfnissen zu verschaffen. (APA)

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