Die "vernetzte" Unabhängigkeit

6. September 2002, 01:25
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Auch an Orten an denen man es nicht vermuten würde, nimmt das Internet einen wichtigen Einfluss auf Kunst und Kultur

Auch an Orten an denen man es nicht vermuten würde, nimmt das Internet einen wichtigen Einfluss auf Kunst und Kultur. Kunst benutzt nicht nur das Medium, sondern greift unmittelbar ein, verändert und wird Teil des politischen und kulturellen Weltgeschehens.


In sieben Symposium Plug-Ins präsentieren Künstler nicht nur ihre Arbeiten, sondern diskutieren über jene "blinden Flecken" der Welt, die offensichtlich nicht dazugehören. Was und wer entscheidet über Ausgrenzung oder Einschließung? Sind die viel gepriesenen Informations- und Kommunikationstechnologien die richtige Antwort, Afrika aus der Isolation zu holen? Aminata Traoré aus Mali ist eine der schärfsten Globalisierungskritikerinnen Afrikas: "Auch dieser Weg steht nur denen weit offen, die über ein gewisses Maß an Bildung und die entsprechenden Geldmittel verfügen." Das Symposium wird dieses Jahr verstärkt Beiträge von Experten und Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen präsentieren. Nachdem man im ersten Teil Standards für die Anschlussbedingungen kritisch erörtert, steht die Frage nach Afrikas Weg in die Informationsgesellschaft im Raum. Zahlreiche Projekte aus Senegal, Mali und Simbabwe zeigen Ansätze, möglicher Wege in eine "vernetzte" Unabhängigkeit.

Beim Projekt Joko im Senegal steht der Bildungsansatz im Vordergrund. Das auf Initiative von Youssou N'Dour ins Leben gerufene Projekt nutzt dessen Prominenz dafür, die Möglichkeiten des Internet der Bevölkerung Afrikas zugänglich und bewusst zu machen. Weitere Teilnehmer: Joshua Davis (USA), Iba Ndiaye Djadji (Senegal), Birama Diallo (Mali), Peter Fend (USA), Aza El'Hassan (Palestina), Alex Galloway (USA), Mark Napier, Ignacio Ramonet, Hou Hanru (China), Joichi Ito (Japan), Michael Jensen (Southafrica), Reinhard Kannonier (A), Derrick de Kerckhove (CDN), Michel Mavros (Senegal), Anthony Moore (UK), Jeremy Rifkin (USA), Paul Virilio, Dominic Muntanga (Zimbabwe), Gunalan Nadarajan (Singapore), Mark Napier (USA), Winters Negbenebor (Nigeria), Lisa Goldman-Carney (USA), Keith Goddard (Zimbabwe) und Oumou Sy (Senegal). (iw/DER STANDARD, Printausgabe, SPEZIAL, 5.9.2002)

  • "Wer organisiert die Welt, wenn Politik und traditionelle Institutionen nicht mehr mit ihr fertig werden? Netzwerke?"
    foto: ars electronica

    "Wer organisiert die Welt, wenn Politik und traditionelle Institutionen nicht mehr mit ihr fertig werden? Netzwerke?"

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