Wenig Alternativen für Wechsel

6. September 2002, 12:06
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Die Rücktrittsliste ist lang, jene der möglichen Nachfolger nicht

Die Liste der möglichen Rücktrittskandidaten wird täglich länger. Ganz im Gegensatz steht dazu jene der potenziellen Nachfolger. Die bleibt klein. Wer der FP-Parteichefin und ihren Ministern folgen könnte, ist bei der traditionell dünnen Personaldecke der FP mehr als fraglich.

Als Riess-Passer Erbe wurde bisher Verteidigungsminister Herbert Scheibner gehandelt. Scheibner hat sich aber demonstrativ hinter seine Parteiobfrau gestellt und sein politisches Überleben an das ihre geknüpft. Momentan wieder im Rennen: der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Er hat allerdings am Mittwoch erklärt: "Darüber habe ich noch keine Sekunde nachgedacht." Das kann sich natürlich rasch ändern.

Leichter scheint die Nachfolgesuche für Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Hier gibt es zwei Optionen: Gilbert Trattner könnte für diese Funktion gewonnen werden. Für ihn spricht nicht nur, dass er "rein zufällig" beim Tagungsort des Parteivorstandes aufgetaucht war. Der langjährige Bundesfinanzreferent und ehemalige Bundesgeschäftsführer gilt nicht nur in seiner Partei als Finanzexperte. Sollte Grasser gehen, was von etlichen Kärntner FP-Mitgliedern nicht ungern gesehen würde, wird auch ein weiterer Nachfolger kolportiert: Karl Pfeifenberger. Derzeit Finanzreferent des Landes. Wackeln sollten aus Kärntner Sicht die Positionen von Klubchef Peter Westenthaler und Generalsekretär Karl Schweizer. Auch Bundesgeschäftsführer Markus Mitterrutzner soll auf der Abschussliste stehen.

Geht es um den Posten des Sozialministers, taucht immer wieder ein Name auf: die oberösterreichische Umwelt-und Frauenlandesrätin Ursula Haubner. Ihr Hauptmanko: Ihr Bruder heißt Jörg Haider. (DER STANDARD, Printausgabe, 5.9.2002)

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