Frankreich fordert Rückkehr von UNO-Waffeninspektoren nach Bagdad

4. September 2002, 16:31
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Kritik an Blairs Plänen, Geheimdokumenten über den Irak zu veröffentlichen

Paris - Frankreich hat sich gegen die Pläne des britischen Premierministers Tony Blair gewandt, in den kommenden Wochen Geheimdokumente über die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen im Irak zu veröffentlichen. Seit dem Ende der UN-Waffeninspektionen 1998 sei es "natürlich schwieriger" als zuvor, die nukleare, biologische und chemische Bewaffnung des Irak zu beurteilen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch in Paris. Die französische Regierung befürworte weiterhin eine "schnelle und bedingungslose Rückkehr" der UNO-Waffeninspektoren nach Bagdad. Vorher sollten keine vertraulichen Unterlagen zu möglichen Massenvernichtungswaffen veröffentlicht werden.

Großbritanniens Premierminister Blair hatte seine Pläne am Vortag angekündigt. Die fraglichen Beweise hätten demnach ursprünglich erst später veröffentlicht werden sollen. Angesichts der fortgeschrittenen Debatte zur Irak-Krise entschloss sich Blair aber nach eigenen Worten für einen früheren Veröffentlichungs-Termin. (APA)

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