Austria Tabak verhilft Gallaher zu kräftiger Ergebnissteigerung

4. September 2002, 17:29
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Kontinentaleuropa- Ergebnis des britischen Tabakriesen zum Halbjahr mehr als verdreifacht

London/Wien - Der britische Tabakkonzern Gallaher Group Inc, 100-Prozent-Mutter der Wiener Austria Tabak AG, meldet für das erste Halbjahr 2002 kräftige Steigerungen bei Umsatz und Gewinn. Der Umsatz hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 um 84 Prozent auf 4,2 Mrd. Pfund (6,6 Mrd. Euro) verbessert, der Betriebserfolg (EBITA) kletterte vor Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte um 32 Prozent auf 291 (220) Mill. Pfund, wie das Unternehmen heute, Mittwoch, mitteilte.

Kräftige Steigerung in Kontinentaleuropa

Allein in Kontinentaleuropa verbesserte sich das EBITA von 30,1 auf 104,8 Mill. Pfund, wofür in erster Linie die von Austria Tabak beigesteuerten 72 Mill. Pfund verantwortlich waren. Ohne Austria Tabak hätte es einen Zuwachs beim EBITA um 9 Prozent auf 32,8 Mill. Pfund gegeben, teilte Gallaher mit. In den GUS-Ländern stieg das EBITA um 34 Prozent auf 18,7 Mill. Pfund, während es im übrigen Ausland einen Rückgang um 8 Prozent gab. Der Auslandsanteil am EBITA erhöhte sich von 30 auf 49 Prozent.

Der Gewinn vor Steuern und Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte (PBTA) kletterte in der Gallaher-Gruppe von 181 auf 223 Mill. Pfund, was einem Plus von 23 Prozent entspricht. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich um 16 Prozent auf 25,1 (nach 21,6) Pence. Das Unternehmen wird daher eine Zwischendividende in Höhe von 8,8 Pence ausschütten, um 0,65 Pence mehr als vor einem Jahr. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte betrugen knapp 37 (Vorjahr: 8,5) Mill. Pfund.

Synergieeffekte

Beim Ergebnis machen sich laut Gallaher bereits Synergieeffekte aus dem Kauf der Austria Tabak-Gruppe bemerkbar. Einschließlich der Umsätze aus Österreich und Schweden produzierte die Gruppe Kontinentaleuropa 23,6 Mrd. Stück Zigaretten gegenüber einem hochgerechneten Vorjahreswert von 20,7 Mrd. Stück.

Im Zuge der Schließung des Austria Tabak-Werkes in Malmö/Schweden hat Gallaher die Produktion der dort jährlich produzierten 4 Mrd. Stück Zigaretten nach Österreich und vor allem nach Linz verlagert. Die Stilllegung des Werks sei planmäßig Ende Juni erfolgt. In den vergangenen Monaten wurde auch die Produktion von Zigaretten der Marken Benson & Hedges American Blend und Benson & Hedges Red nach Österreich verlagert.

Zinsaufwand gestiegen

Im Zusammenhang mit der Austria Tabak-Übernahme vor einem Jahr hat Gallaher verstärkt Fremdmittel aufgenommen. Der Zinsaufwand stieg daher in den ersten sechs Monaten von 39 auf 68 Mill. Pfund. Gallaher habe aber von "günstigen Zeitpunkten der Cashflows" sowie von einem vergleichsweise geringen Zinssatz von durchschnittlich 5,8 (nach 6,4) Prozent profitiert. Im Berichtszeitraum habe das Unternehmen Schulden in Höhe von 68,2 Mill. Pfund getilgt.

Die Gallaher-Gruppe beschäftigt rund 9.500 Mitarbeiter und ist Hersteller von Marken wie Benson & Hedges, Silk Cut, Dorchester, Memphis, milde Sorte, Blend oder Condor. Das Unternehmen unterhält Fabriken in Großbritannien, Österreich, Russland, Irland, Kasachstan, Schweden und der Ukraine. Die Aktien notieren an der Londoner Börse und indirekt als ADR auch in New York. (APA)

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