PDS-Politiker Gysi und Brie für strategische Zusammenarbeit mit SPD

4. September 2002, 15:54
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Gemeinsamer Brief an Lafontaine - Keine Kooperation auf Regierungsebene

Berlin - In einem Brief an den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oscar Lafontaine haben die PDS-Politiker Gregor Gysi und Andre Brie eine Zusammenarbeit der Linken über die Parteigrenzen hinweg vorgeschlagen. "Wir möchten uns für einen linken Aufbruch in der Bundesrepublik und der Europäischen Union engagieren", schrieben der ehemalige PDS-Chef Gysi und der Europaabgeordnete Brie in dem am Mittwoch veröffentlichten Brief. SPD und PDS müssten fähig werden, "in diesem Sinne strategisch zusammenzuarbeiten".

Eine Regierungszusammenarbeit schlossen die PDS-Politiker aber aus. Die Parteiführung der deutschen Postkommunisten begrüßte den Vorstoß ihrer beiden prominenten Parteimitglieder. Ein PDS-Sprecher verwies auf die Oppositionsrolle seiner Partei auf Bundesebene, die aber eine Zusammenarbeit in Sachfragen nicht ausschließe.

Gysi und Brie verwiesen in dem Schreiben auf die geschichtlichen und aktuellen Differenzen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten. Es sei aber an der Zeit, darüber zu reden, ob PDS und SPD eine gemeinsame Verantwortung und Möglichkeiten hätten. "Wir setzen unsere Hoffnungen wesentlich in die internationalen globalisierungskritischen Bewegungen", heißt es weiter.

Die PDS-Politiker hoben hervor, dass Lafontaine genau wie die PDS nach den Terroranschlägen des 11. September überzeugt gewesen sei, "dass Kriege die falsche Antwort sind". Niemand hege Sympathie für den irakischen Diktator Saddam Hussein. "Aber ein Krieg gegen den Irak, auch noch unter Bruch des Völkerrechts, muss verhindert werden", heißt es in dem Schreiben. Die PDS-Politiker sprachen sich zudem für eine außen- und sicherheitspolitische Emanzipation der EU aus. Auch die Unterstützung für Ostdeutschland nennen Gysi und Brie als weitere Möglichkeit einer Zusammenarbeit. (APA/AP)

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