Neonazis schänden jüdischen Friedhof in Oberschlesien

4. September 2002, 15:48
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Münchner Gastwirt wegen antisemitischer Äußerungen zu Bewährungsstrafe verurteilt

Warschau/München - Unbekannte Neonazis haben den jüdischen Friedhof des oberschlesischen Ortes Czeladz geschändet. Insgesamt mehr als 70 Grabsteine seien mit Hakenkreuzen, faschistischen und antisemitischen Parolen beschmiert worden, berichtete die Zeitung "Gazeta Wyborcza" am Mkttwoch. Eine Anrainerin, die regelmäßig auf dem in der Nähe eines Einkaufszentrums gelegenen Friedhof nach dem Rechten sieht, hatte die Schmierereien entdeckt und die Polizei verständigt.

In München wurde unterdessen ein Gastwirt wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu sechs Monaten Bewährungsstrafe und 2.500 Euro Geldstrafe verurteilt. Der 55-jährige Mann hatte eine Benefizveranstaltung des jüdischen Wohltätigkeitsvereins "Keren Hayessod" im März vergangenen Jahres kurzfristig abgesagt. Beschwerden der empörten Organisatorinnen soll er mit den Worten "Euch Juden mache ich die Tür nicht auf" zurückgewiesen haben.(APA/dpa)

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