"Akte Schlingensief" geschlossen

4. September 2002, 15:38
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Ermittlungen gegen den "Theater-Provokateur" wurden eingestellt - Aktionen zur Antisemitismus-Debatte der FDP und der Verbrennung einer Strohpuppe folgt kein Verfahren

Düsseldorf - Die Ermittlungen gegen den Theater-Provokateur Christoph Schlingensief wegen dessen Aktionen zur Antisemitismus-Debatte der FDP sind eingestellt worden. Sprecher der Staatsanwaltschaften in Duisburg, Düsseldorf und Berlin bestätigten einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Ein Sprecher des FDP-Politikers Jürgen Möllemann sagte, die Ergebnisse unabhängiger Ermittlungsbehörden wolle man grundsätzlich nicht kommentieren.

Düsseldorfer, Duisburg und Berlin stellten Ermittlungen ein

Die Düsseldorfer Ermittler hätten verschiedene Straftatbestände überprüft, aber keinen als erfüllt angesehen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Ermittlungen hatte es unter anderem gegeben, weil der Berliner Theaterregisseur eine Strohpuppe, die den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon darstellte, verbrannt haben soll. Auch die Duisburger Staatsanwälte haben das Verfahren nach Angaben einer Sprecherin eingestellt. Dort war Schlingensief vorgeworfen worden, bei einem Kunst-Happening "Tötet Möllemann" gerufen zu haben.

Die Berliner Staatsanwaltschaft schloss die "Akte Schlingensief" ebenfalls. Dort war wegen einer Karikatur auf seiner Internetseite ermittelt worden. (APA/dpa)

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