Erstes "Nein" am Linzer Standesamt

4. September 2002, 15:18
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Erstmals in der Geschichte des oberösterreichischen Standesamtes hat die Braut kurz vor der Trauung einen "Rückzieher" gemacht...

Linz - Zu einer kuriosen "Premiere" ist es am Linzer Standesamt gekommen: Erstmals in der Geschichte des Linzer Standesamtes - so die Verantwortlichen - musste eine Trauung bedingt durch ein klares "Nein" der Braut vorzeitig abgebrochen werden.

Die Vorbereitungen zu der geplanten Hochzeit seien völlig normal verlaufen. Erst unmittelbar vor dem Tausch der Ringe habe es sich die "Beinahe-Braut" wohl noch anders überlegt, erklärte der Standesbeamte Franz Höller.

Das Paar marschierte "Händchen haltend" in den Saal

Anfangs sei alles völlig normal verlaufen: Das Brautpaar sei pünktlich zur "Generalprobe" vor der eigentlichen Trauung erschienen und man habe alles noch einmal durchgesprochen, erklärte Höller. Nachdem sich Freunde, Verwandte und Bekannte eingefunden hatten, marschierte das Paar "Händchen haltend" und mit romantischer Musikbegleitung in den Saal.

Vor der gespannt wartenden Verwandtenschar bekräftigte der Bräutigam - auf die Frage des Standesbeamten- noch mit einem deutlichen "Ja" die Liebe zu seiner Partnerin. Dann sei ihm aber - so Höller - "das Gesicht zusammengefallen", denn zum großen Entsetzen aller wollte die Braut auf keinem Fall in den "Bund fürs Leben" mit einwilligen.

Nervosität

"Ich habe mir im ersten Moment gedacht, dass die Braut wahrscheinlich sehr nervös ist, und deshalb habe ich noch ein zweites Mal die alles entscheidende Frage gestellt", so Höller. Doch die Frau sei bei ihrem sehr eindeutigen "Nein" geblieben. Dem ebenfalls völlig verdutzten Standesbeamten blieb daher nur die Möglichkeit, die Trauung abzubrechen. Das Pärchen sei dann noch rund eine halbe Stunde vor der Tür gestanden, und er habe die beiden noch zu einem weiteren Gespräch motivieren können, erläuterte Höller. Doch auch dabei rückte die Frau nicht von ihrer Meinung ab.

"Der Bräutigam hat sich die ganze Zeit völlig ruhig verhalten und hat eigentlich nichts mehr dazu gesagt, aber wahrscheinlich saß halt der Schock ziemlich tief", vermutete der Standesbeamte. (APA)

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