Südtirol: Dohlenkrebs-Population schwindet

4. September 2002, 14:42
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Dramatischer Rückgang im "Krebusbach" festgestellt

Bozen - Im "Krebusbach" am Fennberg an der Weinstraße südlich von Bozen wurde ein Drittel der Krebspopulation vernichtet. Der reichste Bestand des in Südtirol heimischen Dohlenkrebses sei nach Angaben des Landes bedroht.

Der Dohlenkrebs sei äußerst empfindlich gegen Abwasserbelastungen; Das Biologische Landeslabor untersuche derzeit Wasserproben aus dem Abfluss des Fennberger See, dem "Krebusbach", um die Ursachen des Krebssterbens herauszufinden.

Noch vor einiger Zeit sei der Dohlenkrebs weit verbreitet gewesen. Jetzt finde man ihn nur noch an acht Orten. Als mögliche Ursachen für den Rückgang der Bestände nannte Maria Luise Kiem, Biologin im Landesamt für Landschaftsökologie, die Abwasserbelastung, sowie die Intensivierung der angrenzenden Kulturen und die Bachregulierungen. Weitere Gründe seien der Besatz der Gewässer mit ortsfremden Arten oder Fischen und die eingeschleppte Krebspest.

Der Fennberger See und dessen Abfluss, der im Volksmund bezeichnenderweise "Krebusbach" heißt, gehörten zu den ersten geschützten Biotopen Südtirols. Da die umliegenden Wohn- und Gasthäuser nur über Sickergruben verfügen würden, sei der Sommer mit den vielen Besuchern immer eine kritische Zeit für die Krebse.

Doch ein derartiges Krebssterben sei noch nie beobachtet worden. Laut dem Margreider Bürgermeister Johann Puntscher werde derzeit das Projekt für eine Kanalisierung und eine Pflanzenkläranlage für Unterfennberg ausgearbeitet. (APA)

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    Austropotamobius pallipes

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