Deutsche Bischöfe äußern sich politisch

4. September 2002, 14:11
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Wahlerklärung kritisiert Homosexuellen-Ehe und die Tötung ungeborenen Lebens - CDU-Merkel begrüßt die Erklärung

Bonn (APA/AP) - Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben in einem Aufruf zur Bundestagswahl den Schutz der Menschenwürde und des Lebensrechts jedes Menschen als vorrangiges Ziel eingefordert. Auch die Entwicklung neuer Heilmethoden rechtfertige nicht die Tötung von ungeborenem menschlichem Leben, erklärte die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn. "Mit Sorge" sehe sie die Trennung von Ehe und Familie und die gesetzliche Einführung der homosexuellen Lebenspartnerschaft.

Eine zukunftsgerichtete Politik müsse die herausragende Rechtsstellung von Ehe und Familie sichern, die Familien finanziell stärker fördern und die Kinderbetreuung außerhalb der Familie verbessern. Zugleich beklagen die Bischöfe eine Zunahme der "sozialen Ungleichheit" in Deutschland. Die Vermögensunterschiede würden immer größer, und auch im Bildungswesen gebe es soziale Unterschiede. "Eine egozentrische Individualisierung" dürfe die Balance von Freiheit und Solidarität nicht zerstören. Politik und Wirtschaft müssten alles tun, um dem Stellenabbau zu stoppen und die Arbeitslosigkeit zu überwinden.

Die Parteiprogramme seien ferner an ihren Aussagen zu den Menschenrechten und humanen Lebensbedingungen in der Dritten Welt zu messen. Die deutsche Politik müsse über Europa hinaus zur Friedenssicherung beitragen. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel begrüßte die Erklärung. Die Union werde die hohe Zahl von Spätabtreibungen zurückführen, mit dem Familiengeld eine große Gerechtigkeitslücke schließen und bürokratische Hürden auf dem Arbeitsmarkt abbauen.(APA)

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