tele.ring-Ergebnis belastet

4. September 2002, 19:12
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Forderungen der Telekom Austria drücken auf Ergebnis - Telefonanbieter mit neuen GPRS-Tarifen und 451.000 Kunden

Der Telefonanbieter tele.ring hat im ersten Halbjahr 2002 Rückstellungen in Höhe von vier Mio. Euro getätigt, die das Ergebnis gedrückt haben. Unter dem Titel der Universaldienstverordnung habe die Telekom Austria (TA) Forderungen über Leistungen aus dem Jahr 1999 gestellt, erklärte Tele.ring-Geschäftsführer Hubertus Hofkirchner, die "nicht nachvollziehbar" seien. Wegen der zweifelhaften Dokumentation der Forderung habe man sich bereits beim Telekom Regulator beschwert.

Durch das Telekomgesetz gedeckt

Laut Hofkirchner sei die Forderung zwar durch das Telekomgesetz gedeckt, stelle aber ein Privileg des Monopolisten TA dar, da die TA damals noch einen Marktanteil im Festnetz von mehr als 95 Prozent gehabt habe. Außerdem glaubt Hofkirchner die Forderung durch Interconnect-Tarife bereits abgedeckt.

116 Millionen Euro

Bei der von der Telekom Austria für das Jahr 1999 geforderten Summe soll es sich insgesamt um rund 116 Mill. Euro handeln, heißt es in der Branche. Von den Forderungen betroffen sind jene Telekom-Unternehmen, die im Jahr 1999 mehr als 18,2 Mill. Euro umsetzten, nämlich neben der TA selbst die Mobilkom Austria, T-Mobil, One, die UTA und tele.ring, sagte eine Sprecherin der Rundfunk- und Telekom Regulierungs auf Anfrage.

Ende Juni 451.000 Kunden

Trotz der Rückstellung, die aufgrund der TA-Forderung eine Hochrechnung für die Folgejahre darstellt, konnte die Tele.ring im ersten Halbjahr 2002 das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf minus 5,5 Mio. Euro zurückschrauben, nach minus 85,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2001. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2002 um 39 Prozent auf 98,5 Mio. Euro. Die Kundenzahl von Tele.ring stieg Ende Juni 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 451.000 Kunden. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg gegenüber dem ersten Quartal 2002 leicht auf 276.000, die Zahl der Festnetzkunden ging auf 175.000 leicht zurück.

"Tele.ring infomizer"

Zur Ifabo will Tele.ring ein neues Produkt, den "Tele.ring infomizer", vorstellen, das speziell für den Geschäftskunden entwickelt wurde. Via WAP oder SMS wird dabei auf Internetdaten zugegriffen, und zwar egal ob über Laptop, PC, Handheld oder Smartphone. Der Zugriff erfolgt dabei über eine verschlüsselte GPRS- und Internetverbindung.(APA/ruz, DER STANDARD, Printausgabe, 5. September 2002)

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