tele.ring-Ergebnis belastet

4. September 2002, 14:48
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Forderungen der Telekom Austrie drücken Ergebnis des Festnetz- und Mobilfunkbetreibers - Kundenzahl legt leicht zu - Neue GPRS-Tarife

Wien - Forderungen der Telekom Austria (TA) haben im ersten Halbjahr 2002 auf das Ergebnis des Festnetz- und Mobilfunkbetreibers tele.ring gedrückt. tele.ring hat sich über die späte, "nicht nachvollziehbare" Forderung der TA über Leistungen aus der Universaldienstverordnung, die 1999 erbracht, aber erst im zweiten Quartal 2002 in Rechnung gestellt wurden, "wegen der zweifelhaften Dokumentation der Forderung" bereits beim Telekom Regulator beschwert, berichtete tele.ring-Geschäftsführer Hubertus Hofkirchner am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

Hier stelle sich "die Frage der Verhältnismäßigkeit", betonte Hofkirchner. Die Forderung sei zwar durch das Telekomgesetz legitimiert, stelle aber ein "Privileg" für die TA dar, zumal die TA im Jahr 1999, auf das sich die Forderung bezieht, weit mehr als 95 Prozent Marktanteil im Festnetz gehabt habe. Außerdem habe tele.ring die in Rechnung gestellten Leistungen bereits durch die Zusammenschaltungsgebühren beglichen, glaubt Hofkirchner, der eine "rasche und sachgerechte Entscheidung" der RTR erwartet.

Rückstellungen in Höhe von vier Millionen Euro

tele.ring habe im ersten Halbjahr 2002 für die TA-Forderungen Rückstellungen in Höhe von 4 Mill. Euro vorgenommen, so Hofkirchner. In Folge dessen habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf minus 5,5 Mill. Euro belaufen, nach minus 85,3 Mill. Euro im ersten Halbjahr 2001. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2002 um 39 Prozent auf 98,5 Mill. Euro.

Forderungen angeblich bei 116 Millionen Euro

Bei der von der Telekom Austria (TA) für das Jahr 1999 geforderten Summe soll es sich insgesamt um rund 116 Mill. Euro handeln, heißt es in der Branche. Von den Forderungen betroffen sind jene Telekom-Unternehmen, die im Jahr 1999 mehr als 18,2 Mill. Euro umsetzten, nämlich neben der TA selbst die Mobilkom Austria, T-Mobil, One, die UTA und tele.ring, sagte die Sprecherin der Rundfunk- und Telekom Regulierungs GmbH (RTR), Daniela Andreasch, am Mittwoch.

Kundenzahl legt zu

Die Kundenzahl von tele.ring stieg Ende Juni 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraumum 22 Prozent auf 451.000 Kunden. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg gegenüber dem ersten Quartal 2002 leicht auf 276.000, die Zahl der Festnetzkunden ging hingegen auf 175.000 leicht zurück. tele.ring beschäftig 650 Mitarbeiter.

tele.ring hat auch neue GPRS-Tarife vorgestellt, die für Web- und WAP-Nutzung gleichermaßen gelten. Bei "tele.ring informizer" sind in der monatlichen Grundgebühr von 5 Euro 20 Info-SMS inkludiert, jede weitere SMS kostet 0,1 Euro. Bei "tele.ring gprs zero" ist keine Grundgebühr zu bezahlen, in der einmaligen Aktivierungsgebühr von 10 Euro sind einmalig 5 MB Web- und WAP-Nutzung enthalten. Für jedes weitere MB Web-Nutzung sind 2 Euro zu bezahlen, pro KB WAP 0,03 Euro.

Bei "tele.ring gprs 20", der alle bisherigen GPRS-Tarife ersetzt, sind in der monatlichen Grundgebühr von 14,45 Euro 20 MB Web- und WAP-Nutzung enthalten. Jedes zusätzliche MB kostet 0,8 Euro. Der Tarif inkludiert "tele.ring informizer".

(APA)

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