Bush will der Kritik von Kongressabgeordneten zu Irak-Politik "zuhören"

4. September 2002, 14:00
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Europaabgeordnete gegen Angriff

Washington/Straßburg - Angesichts der wachsenden Kritik an ihrer unilateralen Irak-Politik hat die US-Regierung eine stärkere Einbeziehung von Kongress und ihren Verbündeten angekündigt. Nach Angaben von hochrangigen Regierungsvertretern in Washington wollte Präsident George W. Bush noch am Mittwoch mit den führenden Kongressmitgliedern im Weißen Haus über die Strategie gegenüber Bagdad sprechen. Gleichzeitig wollte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Kongress über die Haltung seiner Regierung gegenüber dem Irak aufklären.

Nach den Worten von Bushs Sprecher Ari Fleischer wird es im Laufe der Woche eine Reihe von Konsultationen zwischen Mitgliedern der Regierung und des Kongresses geben. Dabei werde der Präsident nicht nur seinen eigenen Standpunkt erläutern, sondern auch "zuhören", sagte Fleischer.

Nach Angaben des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen setzen die USA in der Irak-Krise auf eine Koalition mit den Verbündeten. US-Außenminister Colin Powell habe ihm am Rande des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg zugesichert, dass Washington "auf eine Einbindung der internationalen Gemeinschaft starken Wert" lege, sagte der amtierende EU-Ratspräsident. Nach seinen Angaben stimmten beide Seiten darüber ein, dass die Bemühungen zunächst dahin gehen müssten, Bagdad zur Zulassung von UNO-Waffeninspektoren zu bewegen.

Europaabgeordnete gegen Angriff

Europa-Abgeordnete aller Fraktionen warnten am Mittwoch die USA eindringlich vor einem militärischen Angriff auf den Irak gewarnt. Zugleich forderten sie die EU am Mittwoch auf, eine gemeinsame Position zu beziehen und mit einer Stimme zu sprechen. Die Europäer müssten gemeinsam auf die USA einwirken und diese vor einem möglichen Alleingang abbringen, forderte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), der deutsche CDU-Politiker Hans-Gert Pöttering. Das Entscheidungsmonopol über ein militärisches Eingreifen müsse bei den Vereinten Nationen liegen. Ein Eingreifen der USA ohne UNO-Beschluss würde "verheerende Auswirkungen" haben, warnte auch der Fraktionschef der Sozialdemokraten, der Spanier Enrique Baron Crespo. (APA/Reuters/AP/dpa)

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