Greenpeace protestiert am Großglockner gegen Ölkonzerne

4. September 2002, 15:13
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Die Pasterze ist der größte Gletscher Österreichs und wird jährlich etwa fünf Meter dünner und 20 Meter kürzer...

Heiligenblut - Mehr als 80 Greenpeace-Aktivisten aus elf Ländern haben am Mittwoch, früh auf dem Pasterze-Gletscher am Großglockner den Spruch "Climate change powered by Esso, Shell, BP" (Klimawandel - durch Esso, Shell, BP bewirkt) platziert.

Die sechs Mal neun Meter großen Buchstaben bedecken eine Gesamtfläche von etwa 5.000 Quadratmetern. "Der erfolglose Weltgipfel in Johannesburg kann das Schmelzen der Gletscher, die Hochwasserfluten und weitere Klimakatastrophen nicht verhindern. Wir wollen mit dieser Aktion die Saboteure des Weltklimas öffentlich an den Pranger stellen", kommentierte Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer in einer Aussendung die internationale Aktion gegen das Handeln der multinationalen Ölkonzerne.

Abschmelzung

Die Pasterze ist der größte Gletscher Österreichs und wird jährlich etwa fünf Meter dünner und 20 Meter kürzer. "Das Schmelzen der Gletscher ist wie die jüngsten Hochwasserfluten eines der sichtbarsten Zeichen, dass sich die Erde erwärmt. Vom Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1975 haben die Alpengletscher im Durchschnitt etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens verloren. Seitdem sind weitere 20 bis 30 Prozent des Eisvolumens abgeschmolzen", hieß es in der Aussendung. Wissenschafter rechnen damit, dass bis zum Jahr 2050 drei Viertel aller heutigen Alpengletscher verschwunden sein werden. "Die Gletscher sind auch Wasserspeicher. Wenn sich die Erde erwärmt, wird weniger Wasser in Form von Eis gebunden, häufigere Hochwasserkatastrophen und Murenabgänge sind die Folge", befürchtet Mayer.

Multis behindern die Förderung erneuerbarer Energien

Besonders Esso und sein Mutterkonzern ExxonMobil sabotieren "Ölmultis wie Esso, Shell und BP sind mitschuldig am Gletscherschwund und am rasanten Klimawandel", sagte Mayer. "Auf dem Weltgipfel verhinderten die USA und Saudi-Arabien zusammen mit Öl-Lobbyisten, dass erneuerbare Energien stärker gefördert werden. Besonders Esso und sein Mutterkonzern ExxonMobil sabotieren den Klimaschutz seit Jahren." Seit dem UNO-Gipfel von Rio 1992 sind die Emissionen von Kohlendioxid um elf Prozent angestiegen. Allein 40 Prozent der 23 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, die jährlich die Atmosphäre belasten, entstehen laut Greenpeace bei der Verbrennung von Öl. Esso, Shell und BP haben zusammen einen Marktanteil von über 50 Prozent an der weltweiten Ölförderung und zählen, so die Umweltschutzorganisation, damit zu den Hauptschuldigen für den Klimawandel.

keine neuen internationalen Umweltabkommen

In einem Brief vom 2. August 2002 an George Bush fordern von ExxonMobil bezahlte Öl-Lobbyisten laut Greenpeace den US-Präsidenten auf, dem Weltgipfel fernzubleiben: "Ihre (Präsident Bushs) Anwesenheit würde nur dazu beitragen, deren Gedankengut aufzuwerten, das gegen die Freiheit, gegen die Menschen, gegen die Globalisierung und gegen den Westen gerichtet ist. (...) Wir unterstützen Sie fest darin, keine neuen internationalen Umweltabkommen zu unterzeichnen. (...) Die potenzielle globale Erwärmung ist das unwichtigste globale Umweltproblem. Wir hoffen, Ihre Verhandlungsführer in Johannesburg werden dafür sorgen, dass es gar nicht erst auf den Tisch kommt." Greenpeace fordert von den Ölkonzernen, dass sie die Klimaveränderung anerkennen, dass sie saubere Energien anbieten und das Kyoto-Protokoll zum Weltklimaschutz unterstützen. (APA)

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  • 5.000 Quadratmeter bebilderter Großglockner
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    5.000 Quadratmeter bebilderter Großglockner

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