Armee schiebt Verwandt von Attentätern nach Gaza ab

4. September 2002, 13:31
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Bruder soll Sprengstoffgürtel genäht haben - Kritik von amnesty international

Jerusalem/Gaza - Israel hat am Mittwoch zwei Palästinenser in den Gazastreifen abgeschoben. Nach israelischen Medienberichten wurden die Geschwister eines mutmaßlichen Terroristen an den wartenden Journalisten aus aller Welt vorbeigeschleust, um ein Medienspektakel zu verhindern. Die Ankunft auf palästinensischem Boden wurde jedoch weder von der israelischen Armee noch von der Autonomiebehörde bestätigt. Die Behörde weigert sich nach israelischen Angaben aus Protest gegen die Abschiebung, die Ausgewiesenen in Empfang zu nehmen.

Bruder soll Sprengstoffgürtel genäht haben

Intissar und Kifah Ajuri nahmen von ihren Familien im Westjordanland Abschied, bevor sie von einem Militärkonvoi in den Gazastreifen gebracht werden sollten. Sie wurden zunächst zum Grenzübergang Erez gebracht, von wo aus sie später in den Gazastreifen gefahren werden sollten. Die beiden sollten entweder in einem Hotel oder in einem Siedlungsprojekt im Gazastreifen untergebracht werden. Die Ajuris sollen gewusst haben, dass ihr Bruder Ali, ein Mitglied der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, Selbstmordanschläge organisierte. Intissar Ajuri soll Sprengstoffgürtel für die Attentäter genäht haben.

Das höchste israelische Gericht hatte am Dienstag die auf zwei Jahre befristete Ausweisung der beiden aus dem Westjordanland in den Gazastreifen bestätigt. In dem Richterspruch hieß es, der Mann und die Frau seien in terroristische Aktivitäten verstrickt und stellten eine Gefahr für die Sicherheit dar. Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international hatten gegen die Ausweisung protestiert.

In der Nähe des Wohnhauses von Sharons Vorgänger Ehud Barak wurde am Mittwoch eine Bombe gefunden und unschädlich gemacht. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich um einen Hydranten mit einem daran befestigten Mobiltelefon. Barak halte sich derzeit nicht im Land auf, und sein Haus im Tel Aviver Vorort Cochav Yair stehe leer. (APA/dpa/Reuters)

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