AT&S kauft Aktien von Zoidl

4. September 2002, 18:52
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Steirischer Leiterplattenhersteller sieht Streit mit Großaktionär beendet

Wien - Der börsenotierte steirische Zulieferer in die Handy-Industrie, AT&S, hat in den vergangenen Wochen einige Hunderttausend Stück eigene Aktien von Helmut Zoidl gekauft und sieht nach einer Verhandlungsrunde mit Zoidls Anwalt den seit geraumer Zeit andauernden Streit mit seinem Großaktionär als beendet an. "Wir haben mit der H.M.Z. Privatstiftung die offenen Punkte diskutiert und gehen davon aus, dass alle offenen Fragen vom Tisch sind", sagte AT&S-Sprecher Reinhold Oblak am Dienstag.

Zoidl hatte Mitte der 90er-Jahre gemeinsam mit Hannes Androsch und Willi Dörflinger den ehemals verstaatlichen Betrieb übernommen. Vor knapp zwei Jahren war Zoidl nach einem Streit aus dem Aufsichtsrat von AT&S ausgeschieden. Zuletzt hatte er das Management und seine Mitgesellschafter wiederholt für den schlechten Kursverlauf der Aktie verantwortlich gemacht und (vergeblich) mit einer aktienrechtlichen Sonderprüfung gedroht. Nach einer Mitteilung vom Mittwoch hält die H.M.Z. Privatstiftung des Großaktionärs derzeit nur mehr knapp über 9,5 Prozent. Zoidl war für die APA zunächst nicht erreichbar.

633.500 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 10,12 Euro

Im Zug der Gespräche zwischen der H.M.Z. und AT&S hat das Unternehmen Zoidl nun offenbar einige Hunderttausend Aktien abgekauft. Laut den auf der AT&S-Homepage veröffentlichten Zahlen zum Rückkaufprogramm hat AT&S im August 633.500 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 10,12 Euro erworben. Ein "beträchtlicher Teil davon" stamme von der H.M.Z. Privatstiftung, bestätigte Oblak.

Insgesamt besitzt das Unternehmen nun etwa 1,9 Millionen eigene Aktien, das sind rund 6,8 Prozent des Gesamtkapitals. Ob man weitere Aktien von der H.M.Z. Stiftung zurückkaufen werde, sei "eine Frage von Angebot und Nachfrage". "Derzeit kaufen wir keine weiteren Aktien zurück", sagte der Sprecher. Im Zuge des Aktienrückkaufprogramms ist der Vorstand ermächtigt, bis zum Jänner 2004 bis zu 10 Prozent der eigenen Aktien zurück zu kaufen.(APA)

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