Umfrage: Gemäßigte in Bosnien in der Mehrheit

4. September 2002, 11:16
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Nationalisten liegen deutlich vorn

Belgrad/Sarajewo - Die Bevölkerung in Bosnien dürfte bei den Parlamentswahlen im Oktober ihre Stimme mehrheitlich gemäßigten, vor allem kleineren Parteien geben. Das geht aus der jüngsten Meinungsumfrage des in den USA ansässigen Nationalen Demokratieinstitutes (NDI) hervor. Die nationalistischen Parteien, die Serbische Demokratische Partei (SDS), die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) und die bosniakische Partei der Demokratischen Aktion (HDZ), genießen aber weiterhin große Unterstützung. Sie werden voraussichtlich bei den parallel stattfindenden Wahlen zum Staatspräsidium zwei von drei Posten besetzten können.

Rückenwind sieht NDI-Umfrage in der Bosniakisch-Kroatischen Föderation vor allem für die kleineren Parteien der Regierungskoalition "Allianz für Wandlungen", darunter die Neue Kroatische Initiative von Kresimir Zubak, die Bosniakische Partei und andere. Die Sozialdemokratische Partei von Zlatko Lagumdzija musste im Vergleich zu der im Mai vorgenommenen Meinungsumfrage Einbußen hinnehmen.

Den Kandidaten der nationalistischen Parteien dürften laut der NDI-Umfrage hingegen bei den Präsidentschaftswahlen mindestens zwei von drei Staatspräsidiumsposten zufallen. Die bosnisch-kroatischen Präsidentschaftskandidaten der SDS, Mirko Sarovic, und der HDZ, Dragan Covic, liegen klar vor ihren Gegenkandidaten in Führung. Unter den Präsidentschaftskandidaten der bosniakischen Parteien wird es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Kandidaten der Partei für Bosnien und Herzegowina, Haris Silajdzic, und seinem Rivalen aus der Sozialdemokratischen Partei, Alija Behmen, kommen. In der Serbischen Republik kann sich der SDS-Präsidentschaftskandidat Dragan Cavic des Postens des Präsidenten seines Landesteils so gut wie sicher sein. Seine Partei genießt weiterhin die Unterstützung von 34 Prozent der bosnischen Serben.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen finden in Bosnien am 5. Oktober statt. Sie werden zum ersten Mal seit dem Kriegsende nicht von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vorbereitet werden. (APA)

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