NGOs verließen demonstrativ den Saal

4. September 2002, 19:15
3 Postings

"Dieser Gipfel ist ein "Verbrechen" - "Tausende von Politikern und Managern" hätten die Kontrolle übernommen

Johannesburg - Mit einem demonstrativen Auszug aus dem Sitzungssaal haben Vertreter von Umwelt- und anderen regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) Mittwoch früh gegen die Ergebnisse des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg protestiert. Kurz nach Eröffnung der Abschluss-Sitzung, auf der Staats- und Regierungschefs einen Aktionsplan zum Schutz der Umwelt und Kampf gegen Armut verabschieden wollten, verließen sie den Plenarsaal und damit symbolisch auch den Gipfel.

"Dieser Gipfel ist ein "Verbrechen"

Sie warfen dem Aktionsplan vor, allzu unverbindlich und von den Interessen der Industrie dominiert zu sein. In einer Erklärung kritisierten sie vor allem, dass der Vorrang der Menschenwürde missachtet worden sei.

"Dieser Gipfel ist ein "Verbrechen", sagte Ricardo Navarra, Präsident der NGO "Friends of the Earth". "Sechs Milliarden Menschen werden heute von den Regierungen verraten." Die Umwelt- und Entwicklungsgruppen riefen ihre Sympathisanten auf, sich einer Demonstration in der Nähe des Konferenzsaals anzuschließen, in dem der UN-Gipfel nach zehntägigen Beratungen endet.

Zielverfehlung

Ziel der Konferenz sei es gewesen, die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen, sagte der australische Grünen-Abgeordnete Bob Brown. Die Hoffnung sei enttäuscht worden, statt dessen hätten "Tausende von Politikern und Managern" die Kontrolle übernommen. Streckenweise habe der Gipfel einer Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) geglichen. (APA)

Share if you care.