Mortier beißt

6. September 2002, 12:41
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In einem aktuellen Magazin-Interview ätzt der Ex-Intendant in Richtung Harnoncourt und kommentiert die erste Saison seines Nachfolgers Ruzicka

Wien - Via "News" meldet sich der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele und derzeitige Leiter der Ruhr-Triennale, Gerard Mortier, mit bissigen Kommentaren zu den ersten Festspielen seines Nachfolgers Peter Ruzicka zu Wort. "Sollte jetzt die Schickimickigesellschaft Salzburg wieder einnehmen, wäre ich darüber sehr unglücklich", meint der Flame, der nicht darüber erstaunt ist, dass sich Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger (V) sehr positiv über die abgelaufenen Festspiele geäußert hat: "Natürlich. Er ist ja die Schickimickigesellschaft."

97 gegen 93 Prozent Auslastung

Mortier vergleicht die Auslastung seiner letzten Saison mit dem heurigen Ergebnis: "Ich frage mich nur, ob 97 Prozent, die man mittels konzertanter Opern mit Alagna und Gheorghiou erreicht, nicht uninteressanter sind als 93 Prozent mit modernen Stücken."

Harnoncourt interessiere nur die Alleinherrschaft in Salzburg

Ruzicka sei "ein intellektueller Mensch und ein loyaler Kollege, der sicher keinen Rückschritt beabsichtigte", so Mortier. Bertrand de Billy hält er für "einen wirklich schrecklichen Dirigenten", Nikolaus Harnoncourt sei nun "Alleinherrscher in Salzburg, und das ist das einzige, was ihn interessiert. Er wollte der neue Karajan sein. Das ist er jetzt."

"Schwaighofer tut man unrecht"

Über die internen Probleme des Finanzdirektors Gerbert Schwaighofer sagt Mortier im "News"-Interview: "Ich glaube, man tut ihm unrecht. Soweit ich das Problem von außen beurteilen kann, liegt es an der Planung. Die Salzburger Technik ist fantastisch, aber man muss sehr genau planen. Früher habe ich das mit meiner hervorragenden Chefdisponentin getan. Jetzt interessiert sich der Intendant nicht dafür, was sein Recht ist. Aber er hat auch niemand Entsprechenden neben sich." (APA)

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