Bertelsmann gibt Napster-Übernahme auf

4. September 2002, 10:20
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Medienkonzern akzeptiert Entscheidung des US-Gerichts

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann hat seine Pläne aufgegeben, die Internet-Musiktauschbörse Napster vollständig zu übernehmen. Damit droht der insolventen US-Tauschbörse nach Einschätzung von Analysten das endgültige Aus.

Ein US-Konkursgericht in Delaware hatte die Übernahme von Napster durch Bertelsmann abgelehnt. "Wir akzeptieren die Entscheidung des Gerichts gegen den Verkauf von Napster-Vermögenswerten an Bertelsmann. Der Kauf wird von uns damit nicht weiter verfolgt", sagte ein Bertelsmann-Sprecher. Man sei bereit gewesen, neun Millionen Dollar an die Gläubiger von Napster für dessen Vermögenswerte zu zahlen. Doch Musik-Produzenten und Platten-Labels hätten das Angebot nicht akzeptiert, da die gebotene Summe ihrer Ansicht nach kein fairer Preis gewesen sei.

Einstellung droht

Branchenkenner rechnen damit, dass Napster ohne aktuelle Einnahmen und mangels Aussicht auf einen Käufer seine Geschäfte nun einstellen muss. Napster hatte im Juni Gläubigerschutz beantragt. Im Juli 2001 war der kostenlose Online-Dienst Napster nach heftigen Protesten und Klagen von Musikkonzernen abgeschaltet worden und befindet sich derzeit im Rechtsstreit mit den großen Musik-Labels der Welt. Insgesamt hat Bertelsmann bereits 103 Millionen Euro in Napster in Form von gesicherten Krediten investiert. Sollte Napster wieder frisches Kapital zufließen, wäre Bertelsmann damit einer der ersten Gläubiger, der bedient werden würde.

In unternehmensnahen Kreisen hieß es, Bertelsmann hätte Napster selbst bei einer Zustimmung des Gerichts wahrscheinlich keine weiteren Finanzhilfen bereitgestellt. Der Geschäftsbetrieb wäre entweder in einen anderen Unternehmensbereich eingegliedert oder geschlossen worden. (APA/Reuters)

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