Dem Zeitgeist wird "nicht nachgelaufen"

4. September 2002, 09:46
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Diözese Burgenland startet Dialog über Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern - Weiheamt für die Frau wird nicht diskutiert

Eisenstadt - Die Beziehungen zwischen den Geschlechtern will die Diözese Eisenstadt in den Mittelpunkt eines Dialogprozesses stellen: Ein im Rahmen des Projekts "Gerechtigkeit im Zusammenleben von Frauen und Männern" am Dienstag in Eisenstadt präsentierter, von den TheologInnen Christa Schnabl und Erich Lehner verfasster Grundlagentext soll dabei die Basis für eine breit angelegte Diskussion bilden, die an den "Dialog für Burgenland" anschließt.

Unterschiedliche Lebenswelten

Anhand von Themen wie Arbeitswelt, Körperlichkeit und Sexualität und dem Wandel von Mütter- und Väterrollen werden als Ausgangspunkt die unterschiedlichen Lebenswelten von Frauen und Männern dargestellt. Im Rahmen von Gruppen, so genannten Genderforen, sollen konkrete Vorschläge und Anregungen zu Maßnahmen für ein gerechtes Zusammenleben von Frauen und Männern erarbeitet werden. Zusammen mit Stellungnahmen der anderen DialogpartnerInnen - beteiligen können sich auch Einzelpersonen und Institutionen - sollen die Vorschläge dann die Basis für ein Bischofswortwort von Diözesanbischof Paul Iby bilden.

Mit dem Projekt wolle man "nicht dem Zeitgeist nachlaufen", es gehe vielmehr darum, dass es in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern "wirklich eine Korrektur braucht, wie wir miteinander umgehen, wie wir Mann und Frau sehen", so Iby. Mit dem Dialog könne man "nicht über die Grenzen der Diözese hinausgehen und große Veränderungen erreichen", aber man könne erreichen, dass von Frauen auch jene Aufgaben ausgeübt werden, die ihrer Befähigung zukämen, etwa als Wortgottesdienstleiterin, Kommunionhelferin sowie Pastoral- oder Pfarrassistentin.

Die Frage des Weiheamtes der Frau könne durch den Dialog "nicht angesprochen werden", meinte Iby: Man könne "keine andere Antwort geben als die Leitung der Kirche gibt und die ist eindeutig." Er könne nur auf die Zukunft hoffen, "und dass sich dabei etwas ändern wird." (APA)

Grundlagentext "Gerechtigkeit im Zusammenleben von Frauen und Männern" abrufbar unter www.kath-kirche.at
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