Ölpreis im Sinkflug

3. September 2002, 21:01
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Markt reagiert auf aktuelle diplomatische Bemühungen des Irak

London - Der Ölpreis ist am Dienstag nach neuen diplomatischen Bemühungen des Irak zur Vermeidung eines Angriffs der USA zeitweise um einen Dollar gefallen. In London verbilligte sich der Preis für einen Barrel (rund 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober bis Dienstag Abend um 89 Cent auf 26,65 Dollar, nachdem er zuvor bis auf 26,45 Dollar gesunken war. Händler führten den Preisrückgang darauf zurück, dass der irakische Vizeministerpräsident Tarek Aziz die Bereitschaft seines Landes zur Zusammenarbeit mit der UNO bekräftigt hatte.

Der Irak sei offenbar um Entschärfung des Konflikts mit den USA bemüht, hieß es am Markt. In den vergangenen Wochen hatten US-Regierungsmitglieder Spekulationen angeheizt, die USA könnten schon bald den Irak angreifen, um Präsident Saddam Hussein zu entmachten.

Auch die offenbar überschrittenen Förderquoten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) im August hätten auf den Preis gedrückt, sagten Händler. Nach einer Reuters-Schätzung für die tatsächliche Ölproduktion der OPEC lagen die Fördermengen des Kartells im August rund zehn Prozent über der offiziell festgelegten Obergrenze von 21,7 Millionen Barrel pro Tag. Die OPEC trifft sich am 19. September im japanischen Osaka, um über die Fördermengen im vierten Quartal zu beraten. (APA/Reuters)

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