Protest gegen Teuro in Griechenland

3. September 2002, 19:51
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Kunden boykottierten Geschäfte

Athen - Mit einem landesweiten Boykott von Geschäften haben griechische Konsumenten am Dienstag ihrem Ärger über Preiserhöhungen nach der Einführung des Euro Luft gemacht. Die griechische Verbraucherschutzorganisation INKA bezeichnete ihre Aktion als Erfolg: Im Nahrungsmittelbereich sei der Umsatz um 67 Prozent gesunken, im Einzelhandel um 76 Prozent. Auch in Restaurants sei der Umsatz um 31 Prozent zurückgegangen. Ein Sprecher des griechischen Einzelhandelsverbands bestritt jedoch einen Umsatzeinbruch: "Es gab keinen Rückgang, der als ernst betrachtet werden könnte."

Der Boykott sollte Dienstag Abend fortgesetzt werden. So hatte INKA unter anderem dazu aufgerufen, um 22:00 Uhr zehn Minuten lang auf Telefongespräche zu verzichten und keine Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr zu kaufen.

"Das Geld rinnt uns durch die Finger"

Ein Verbraucher sagte Reuters-TV, die Preise hätten sich seit Einführung der europäischen Einheitswährung zu Beginn des Jahres verdoppelt oder sogar verdreifacht. "Das Geld rinnt uns durch die Finger und wir wissen nicht, wo es bleibt."

Eine Umfrage der Zeitung "To Vima" hatte ergeben, dass 55 Prozent der Befragten den Einzelhandel für die Preiserhöhungen verantwortlich machen, 36,8 Prozent den Euro selbst. 30,3 Prozent der Befragten wiesen der Regierung die Schuld zu. Einer Studie der Zeitung zufolge müssen Griechen derzeit 12,5 Stunden arbeiten, um sich ein Paar Jeans kaufen zu können, in Deutschland seien es lediglich fünf Stunden. (APA/Reuters)

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