SPD zieht mit Union gleich

4. September 2002, 13:34
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Experten: "Wahlausgang völlig offen"

Berlin - Der Ausgang der Bundestagswahl in Deutschland am 22. September ist nach Einschätzung von Experten angesichts der steigenden Umfragewerte für die SPD wieder völlig offen. "Es gibt eine Annäherung, die das Ergebnis der Wahlen vollkommen offen lässt", sagte der Parteienforscher Franz Decker am Mittwoch. Ähnlich äußerte sich sein Kollege Josef Schmid: "Es gibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und wie es ausgeht, wissen die Götter."

SPD zieht gleich

Die SPD hat in zwei neuen Umfragen in der Wählergunst weiter zugelegt und in einer Erhebung sogar erstmals seit Monaten wieder mit der Union gleich gezogen. Nach einer vom Fernsehsender RTL verbreiteten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa würden die Sozialdemokraten 39 Prozent der Stimmen erhalten, wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt würde. Sie legten damit um einen Punkt zu, während CDU und CSU einen Punkt auf 39 Prozent verloren. Forsa ermittelte für Grüne und FDP mit sieben beziehungsweise acht Prozent gegenüber der Vorwoche unveränderte Werte. Die PDS kam auf vier Prozent. Damit hätten Union und FDP mit 47 Prozent nur noch einen Punkt Vorsprung vor SPD und Grünen.

Beim Institut für Demoskopie Allensbach kämen Union und FDP dagegen gemeinsam auf 50,7 Prozent, verglichen mit 41,2 Prozent für Rot-Grün. Die Union verlor in der Umfrage für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" jedoch einen Punkt auf 39,1 Prozent, während die SPD um 1,3 Prozent auf 34,2 Prozent zulegte. Die Grünen verbesserten sich um einen halben Prozentpunkt auf sieben Prozent, während Allensbach für die FDP unverändert 11,6 Prozent ermittelte. Die PDS verlor nach der am 1. September abgeschlossenen Umfrage 0,2 Punkte auf 4,9 Prozent.

Politikwissenschaftler Schmid sagte, die verbesserten Umfragewerte der SPD könnten damit zusammenhängen, dass sich viele unentschlossene Wähler nun den Sozialdemokraten zuwendeten. Außerdem sei allgemein bei Wahlen zu beobachten, dass der Amtsinhaber in den letzten Wochen vor der Wahl noch einmal zulege. Er warnte aber davor, die Ergebnisse der Umfragen überzubewerten, weil diese eine Fehlerquote von 2,5 bis drei Prozentpunkten hätten. (APA/Reuters)

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