Spenden und Investitionen mindern Steuer

3. September 2002, 19:22
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Regierung präsentiert Details - Finanzminister Grasser: Viele Opfer zahlen keine Steuer

Wien - Die Regierung hat am Dienstag die steuerlichen Regelungen im Zuge der Hochwasserhilfe präzisiert. So wur- de klargestellt, dass bei Abgabenschulden kein Säumniszuschlag eingehoben wird, wenn sie bis 1. Oktober beglichen werden oder bis zu diesem Datum ein Ansuchen auf Zahlungserleichterung gestellt wird, berichtete Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nach dem Ministerrat.

Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer ergänzte, die im Zuge der ORF-Spendengala gesammelte Summe werde um 18,2 Mio. Euro auf insgesamt 36,4 Mio. Euro verdoppelt. Weiters wur- de klargestellt, dass Sach- und Geldspenden schenkungssteuerfrei und abzugsfähig sind. Per Erlass soll klargestellt werden, dass die für die steuerliche Absetzbarkeit als Voraussetzung geltende Werbewirksamkeit bereits dann erfüllt ist, wenn getätigte Spenden auf der firmeneigenen Homepage veröffentlicht werden.

Ebenso sind Empfänger von Spenden von jeglicher Steuer - ob Lohn-, Einkommens- oder Körperschaftssteuer - befreit. Als außergewöhnliche Belastungen im Privatbereich abgesetzt werden können Schäden am Hauptwohnsitz, an Pkw sowie an üblichen Einrichtungsgegenständen und üblicher Bekleidung. Beim Hauptwohnsitz sei der aktuelle Neupreis und beim Auto der Zeitwert anzusetzen, so der Kanzler. Neu ist auch, dass die Kosten nicht - wie bisher üblich - zeitverschoben, sondern bereits im Jahr 2002 berücksichtigt werden können. Der diesbezügliche Antrag ist bis zum 31. Oktober 2002 möglich.

Abschreibungen

Der Bescheid ergeht bis zum 30. November 2002. Zudem gibt es eine bis Ende 2003 befristete vorzeitige Abschreibungsmöglichkeit für katastrophenbedingte Erstbeschaffungen im betrieblichen Bereich - zwölf Prozent für Gebäude, für sonstige Wirtschaftsgüter 20 Prozent.

Geplant seien zudem Änderungen im Konkursrecht im Sinne der vom Hochwasser betroffenen Unternehmen. Riess-Passer betonte, dass die Hilfsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher bei der Bewältigung der Schäden des Hochwassers überwältigend sei und großen Respekt abverlange.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagte im ORF-Mittagsjournal, das Hochwasser-Steuerpaket sei so konzipiert, dass viele Opfer in nächster Zeit kaum Steuer zahlen würden. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 4.9.2002)

  • Finanzminister Karl-Heinz Grasser rechnet vor.
    grafik: ders standard

    Finanzminister Karl-Heinz Grasser rechnet vor.

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