Von Macbeth bis Marco Polo

3. September 2002, 22:41
posten

Fortsetzung des eingeschlagenen Weges im Wiener Schauspielhaus

Wien - 16.000 Zuschauer und eine Auslastung von 76 Prozent ( Eigenproduktionen 80 Prozent) im Vorjahr stimmen die Schauspielhaus-Leiter Airan Berg und Barrie Kosky zufrieden. "Wir haben unsere Ziele erreicht", nämlich das Haus nach internationaler Perspektive auszurichten sowie neue Publikumsschichten anzulocken. Die Vorschau bis April 2003 zeigt eine Fortsetzung dieses Kurses an.

Kosky inszeniert eine von Susanne Wolf erstellte Macbeth-Fassung mit acht Frauen (Melitta Jurisic in der männlichen Hauptrolle), Premiere ist am 22. Oktober. Mit seiner ehemaligen Kollegin Martina Winkel von "Theater ohne Grenzen" realisiert Airan Berg eine Geschichte über das Reisen. Titel: marco@polo.com. Die vorjährige Revue Dafke wird mit Talmud-On-Tour fortgesetzt, in deren Mittelpunkt der ungarische Verwandlungskünstler Harry Houdini steht (im März 2003).

Von den Hügeln Singapurs lockte man den renommierten Theatermacher Ong Keng Sen als artist in residence in die Wiener Porzellangasse. Hier in Wien wird er Pol Pot, Milosevic, die Nürnberger Prozesse und die Geschichte einer Tänzerin in ein Stück setzen. Uraufführung wird im April 2003 sein. Schließlich folgt noch Schickelgruber, eine Arbeit des von "Wien ist andersrum" bekannten holländisch-australischen Theatermachers Neville Tranter über Hitlers letzte Tage im Bunker.

Die als Veranstaltungsort lieb gewordene ehemalige Schneiderei des Theaters wird über's Jahr für einen Tschechow-Zyklus in unterschiedlichen Kunstsparten genützt. Leon Askin wird darin Jura Soyfers Weltuntergang lesen. Neu: Drei Vorstellungen jeder Produktion werden in Gebärdensprache übersetzt. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 4.9.2002)

Share if you care.